Winter 2024/2025: mit dem Rucksack in Süd-Ost-Asien

 

 

Montag 09.12.2024

 

Omas 86igster Geburtstag und finaler Packtag für die Rucksäcke.

Marion hat noch Probleme mit der Blase und daher gibt es noch einen Spontantermin beim Urologen. Dieser beruhigt uns, daß wir trotzdem reisen können.

Am Abend fahren wir mit Helga und Götz nach Hefigkofen und übernachten dort. Da Götz sehr früh zum Arbeiten fährt, kann er uns mitnehmen und am Pier in Friedrichhafen bei der Fähre in die Schweiz mitnehmen.

 

Übernachtungsplatz:

Übernachten bei Helga und Götz in Hefigkofen

 

 

Dienstag 10.12.2024

 

4:30 Uhr aufstehen, ein schnelles Frühstück und dann fahren wir mit Götz um 5:50 Uhr los. Wir kommen 10min rechtzeitig vor Abfahrt der Fähre in Friedrichshafen an.

Wir bezahlen die 2x12€ direkt auf der Fähre und sind nach 44min in Romanshorn.

Dort steigen wir in die S-Bahn nach Weinfelden und dann mit dem IR75 zum Flughafen Zürich.

Wir sind rechtzeitig zwei Stunden vor Abflug am Flughafen, geben unser Gepäck ab, eingecheckt haben wir schon gestern undd wandern gemütlich zum Gate. Lief alles wie am Schnürchen und daher haben wir reichlich Zeit. Die Passkontrolle funktioniert mit dem self-Terminal problemlos und ist nach 1min erledigt.

Wir starten pünktlich

und sind nach knapp 6h mit Etihad in Abu Dhabi.

Wir haben 2,5h Transit und müssen sowieso einmal quer durch den riesigen Flughafen.

Weiter gehts nach Kuala Lumpur in 6,5h.

Inzwischen ist es Mittwoch 8 Uhr lokale Zeit.

 

Übernachtungsplatz:

Schlafen im Flugzeug nach und von Abu Dhabi nach Kuala Lumpur

 

 

Mittwoch 11.12.2024

 

Wir warten über eine Stunde am Gepäckband auf unsere Rucksäcke. Erst ein Mitarbeiter entdeckt sie am Rand des benachbarten Bandes. Sind wohl halb runtergefallen und jemand hat sie einfach auf die Seite gestellt.

Jetzt müssen wir uns aber sputen, daß wir unseren Anschlussflug von Kuala Lumpur rüber auf die indonesische Insel Sumatra bekommen. Erst ein Stockwerk tiefer zur Flughafeninternen Expressbahn zum Terminal 2. Müssen mit zwei verschiedenen Kreditkarten jeweils umgerechnet 0,43€ für das Ticket bezahlen und können dann durch die Schranke und mit der nächsten Bahn weiterfahren.

Als wir am Schalter zur Gepäckabgabe kommen ist dort schon die Annahme laut Anzeige geschlossen. Die Dame ruft den Supervisor an und dieser meldet, daß das Gepäck noch angenommen werden darf, da die Maschine 1h Verzögerung hat. Die Reinigung muss noch durch und die Ingenieure müssen noch was reparieren. Was am Ende eine Verzögerung von 2h macht.

Wir fliegen 1:10h bis nach Padang in West-Sumatra.

Wir haben die Visa, die Vorab-Zollerklärung und den Gesundheitscheck schon zu Hause erledigt und sind daher gut präpariert. Dadurch ging es einigermassen flott und wir stehen nach 20min schon vor dem Flughafen.

Wir wechseln noch schnell 100€ gegen 1,63 Millionen indonesische Rupien und kaufen für 315.000 IDR zwei Telkomsel Simkarten mit 35GB/30Tage. Leider zicken die Handys rum und es dauert fast eine Stunde und viel Telefonieren bis alles läuft. Aber besser so als in der Unterkunft ankommen und nichts funktioniert. Dann muss man doch wieder in die Stadt und jemanden finden der einem hilft. Als Entschädigung bekommen wir noch 7GB zusätzlich aufgeladen.

Die ganze Zeit hat ein Taxifahrer auf uns gewartet. Er hat den üblichen Grab-Preis (analog Uber) unterboten. Leider stellte sich am Ende heruas, daß der Preis am Ziel dann plötzlich doch nur pro Person war. Haben zuerst noch diskutiert, aber wegen der langen Reise nachgegeben. Lektion gelernt. Nur über die App buchen, ansonsten ziehen einend die Taxifahrer über den Tisch. Ist, um vorzugreifen, nur dieses einemal in den ganzen 8 Wochen passiert. So haben wir anstatt 144K nun eben 200K bezahlt. Waren also nur 3,25€, hört sich nicht nach viel an, ist hier aber viel Geld und es ging ums Prinzip, daß solche Machenschaften mit den Touristen nicht getrieben werden. Eigentlich hatten wir mit ihm auf der Herfahrt schon über weitere Fahrten, wie zb. in 2 Tagen zurück zum Flughafen bzw. eine lange Fahrt nach Bukittingi. Aber mit dieser unnötigen Gier hat er sich das Geschäft halt kaputt gemacht. Scheint ihm dann doch nicht so wichtig gewesen zu sein.

Wir beziehen das gebuchte Deluxe Doppelzimmer mit Meerblick für 27€/Nacht. Jetzt muss man wissen, in Asien bedeutet Deluxe, daß man einen großen Raum bekommt, ansonsten hat das mit Luxus nichts zu tun. Auch der Meerblick ist nur sehr vage, da man von dem Zugangsbalkon aus im Dunst mit viel Phantasie das Meer am Horizont erblicken kann.

Als wir ankamen hat es noch nicht geregnet, dann setzte aber der Monsunregen ein und wir relaxen bis 20 Uhr bei konstantem Wolkenbruch.

Wir nutzen eine Regenpause und gehen runter ins Restaurant zu einem kleinen Abendessen.

Wir probieren gleich die lokale Küche. Redang (Rindfleisch geschmort, Sosse und Reis) für Peter und Marion ein Mee Goreng mit Huhn. Beides zusammen 7,70€.

Wir bekommen Regenschirme geliehen und kommen damit einigermassen trocken zurück in unser Zimmer. Der Weg ist zum Teil so rutschig und steil, daß es ein Wunder ist, daß wir nicht auf dem Hosenboden gelandet sind.

 

Übernachtungsplatz:

Air Manis Hillside Villa Cafe & Resto, Padang, GPS: -0.980354, 100.363550, 27,30€/Nacht, Deluxe Zimmer mit Meerblick, Moskitonetz über dem Bett, ansonsten typisch indonesische einfache Einrichtung, ist etwas sehr abgelegen von der Innenstadt, man braucht daher immer ein Taxi und fährt 25min, deshalb bedingt empfehlenswert

Für uns war es ok, da wir nur 2 Tage hier waren und wir mehr Wert auf Ruhe als in Fussweite zur Innenstadt zu wohnen.

 

 

 

Donnerstag 12.12.2024

 

Leider nieselt und regnet es heute morgen. Zum Frühstück gibt es leckeres Nasi Goreng. Wir machen Pause bis 13 Uhr, ab da soll etwas besser werden.

Wir bestellen über Maxim (ist wie Uber oder Grab) ein Taxi und fahren damit die 30min ins Stadtzentrum (27.500IDR=1,66€).

Wir steigen in der Nähe einer großen Moschee aus und finden sehr schnell ein Geldwechselbüro. Wechseln erstmal 100€ gegen 1,65 Mio IDR und wollen später bei anderen Wechslern wegen einem besseren Kurs vorbeischauen.

Auf dem Weg in die Innenstadt werden wir von eine Gruppe sehr junger Studenten angefangen welche Fragen zur Kultur in Deutschland haben und eben auch im Vergleich zur Kultur in Indonesien. Freuen sich immer wenn Touris mitmachen und anschliessend werden noch viele Erinnerungsphotos gemacht.

Ganz in der Nähe ist das Museum Aditya Arman. Es ist voll mit kulturhistorischen Sammelstücken und in einem schnellen Durchgang erledigt. Die Herrscher / Könige name it, sagen uns alle nichts und daher nur mäßig interessant.

Weiter geht es in die Innenstadt und bei einem zweiten Geldwechsler bekommen wir schon einen besseren Kurs (16650/€). Wie überall in Asien hat es an den Strassen entlang unzählige Stände mit Streetfood welche mehr oder weniger von den Locals frequentiert werden.

Kaum sind wir im Zentrum beginnt es wieder stark an zu regnen. Wir stellen uns zu einer Gruppe Mopedfahrer unter einen Balkonvorsprung und harren der Dinge.

Läßt nach 10min gottseidank wieder soweit nach, daß wir weitermarschieren können. Wir kommen zum Obst und Gemüsemarkt welcher auf der Strasse ausserhalb der Marktgebäude liegt. Wir kaufen ein paar Rambutan und Sala-Früchte ein. Müssen auch gleich wie immer am Stand probieren und zeigen ob es uns schmeckt oder nicht. Wenn man egal welche kleine Miene verzieht ist sofort das Gelächter rundherum groß. So oft verirren sich die langnasigen Touris doch nicht auf den Markt.

Während wir die Auswahl prüfen, beginnt der Monsun sich von seiner schaurigen Seite zu zeigen und schüttet Unmengen an Wasser vom Himmel. Ruckzuck steht überall das Wasser und die Plastikplanen der Stände können die Wassermassen beinahe nicht abhalten.

Am Ende des open market steht ein großer Container welcher die Unmengen an Marktabfall aufnehmen soll. Das Problem ist eben nur, daß schon bevor der Container ankam sich ein riesiger Haufen vergammelnder Müll angesammelt hat. Die Gerüche, die unendliche Feuchtigkeit und Hitze geben ein Gemisch an Sinnenseindrücke welche man mit Bildern nicht vermitteln kann.

In den Markthallen gibt es für uns nicht viel interessantes, Peter kauft ausserhalb der engen Gänge in den Hallen für kleines Geld einen neuen Ledergeldbeutel.

Zum Mittagessen finden wir einen kleinen Foodcourt, in welchem wir auch wieder auffallen wie die bunten Hunde. Wir bestellen je eine Nudelsuppe in welcher kleine Fleischbällchen zusätzlich schwimmen. Von der Portion ist man reichlich satt und alles für 15kIDR=0,90€. Da gehen auch nur die Einheimischen essen.

Als wir fertig gegessen haben setzt der Regen wieder mit voller Wucht ein.

Da es nie so wirklich aufhört zu regnen, kaufen wir uns in der Markthalle jeder einen Regenschirm. Zusammenfaltbar wie ein Knirps für 70kIDR=4,22€.

Auf der Suche nach einer Powerbank werden wir zu einem Elektronikhandel verwiesen und nehmen dafür wieder ein Taxi. Wir bekommen eine gute Powerbank und für Peter noch Earplugs. Beides zusammen für knapp 22€, was hier doch nicht wenig Geld ist.

Da der Regen eher schlimmer wird, brechen wir unseren ersten Ausflug in Indonesien ab und fahren mit dem Taxi nach Hause.

Zum Abendessen gibt es dann noch ein MeeGoreng und ein kaltes Bintang-Bier

.

Uns steckt noch die lange Anreise in den Knochen vorallem haben wir in diese Richtung etwas Jetlag.

Leider ist die Nacht sehr unruhig, da sich ein Marder oder ähnliches über uns im Dach austobt. Auch Marions Versuche mit einem Kleiderbügel gegen die Decke geworfen hilft nur wenige Minuten und sind für Peter im Bett liegend eher gefährlich.

 

Übernachtungsplatz:

Air Manis Hillside Villa Cafe & Resto, Padang, GPS: -0.980354, 100.363550, 27,30€/Nacht, Deluxe Zimmer mit Meerblick, Moskitonetz über dem Bett, ansonsten typisch indonesische einfache Einrichtung, ist etwas sehr abgelegen von der Innenstadt, man braucht daher immer ein Taxi und fährt 25min, deshalb bedingt empfehlenswert

Für uns war es ok, da wir nur 2 Tage hier waren und wir mehr Wert auf Ruhe als in Fussweite zur Innenstadt zu wohnen.

 

 

 

 

 

 

Freitag 13.12.2024

 

Nach der etwas unruhigen Nacht stellen wir morgens beim Aufstehen und Zusammenpacken, daß unsere Socken fehlen. Wir sind uns beide sicher die Socken neben unseren Schuhen abgelegt zu haben. Wir suchen das ganze Zimmer ab und finden aber kein Loch wo eine Ratte oder Marder Zugang gefunden hätte, um die Socken zu stiebitzen. Aber weg waren beide Paare. Mysteriös.

Zum Frühstück gibt es heute morgen für beide ein Mee Goreng und einen Früchteteller. Wir bezahlen und bringen unser Gepäck zum Parkplatz runter, wo uns der Taxi-Fahrer für die Fahrt ins 80km entfernte Bukittingi, um 11 Uhr abholt.

Die Fahrt kostet 400kIDR=24€. Damit kommt man in Deutschland nicht wirklich weit. Die Fahrt dauert 3 Stunden übers Land. Wir kommen nochmal über die bekannte Brücke von Padang welche den Fluss raus ins Meer im Süden der Stadt überquert. Durch die getönten ist bei den eigentlich nicht schnellen Geschwindigkeiten, kein gutes Bild zu machen. So geniessen wir die Fahrt und die unterschiedlichen Eindrücke.

Als wir in Bukittingi ankommen ist heute Markttag, an welchem die ländliche Bevölkerung aus dem Umkreis in die Stadt kommt, um ihre zum Teil sehr geringen Ausbeuten aus den Feldern und Gärten zu verkaufen.

Wir kommen bei der Unterkunft Canyon Jungle Stay an und beziehen den kleinen Bungalow im schönen Garten. Leider war die erste Unterkunft, vorallem das Bad nicht was wir uns vorgestellt haben und sind dann 3 Hütten weiter eingezogen. Wir müssen uns noch mehr an die indonesische Einfachheit hier auf Sumatra gewöhnen. Insgesamt passt das Preis-Leistungsverhältnis auch für Indonesien nicht. Aber laut Booking.com haben die meisten anderen Unterkünfte in der Stadt schlechtere Bewertungen bekommen. Heute mittag war eine Schulungsgruppe im kleinen Restaurant welche bei unserer Ankunft gerade die Gruppenphotos im tropischen Garten absolvierten. Tagsüber hört man den Verkehr auf der Strasse draussen relativ gut und um 16:45 hört man eine dreiviertel Stunde über unzählige Lautsprecher in der ganzen Stadt den/die Muezzine.

Auch wenn das Wetter nachmittags doch durchwachsen ist, drängt Peter darauf zum Markt reinzufahren, da dieser eben nur einmal die Woche stattfindet. Dieses Mal probieren eine weitere Buchungsapp nämlich Gojek aus.

Leider beginnt es schon kurz nachdem wir eintreffen und etwas die Stände abgelaufen sind der Regen so heftig einzusetzen, daß wir beschliessen wieder nach Hause zu fahren. Eigentlich wollten wir noch etwas Früchte einkaufen, aber bis auf Rambutan war nichts wirklich, in dem Teil wo wir nachschauen konnten, spannendes dabei.

Der Gojek-Fahrer für die Heimfahrt spricht gutes Englisch und unterhält sich gerne mit den Touristen. Er hält auf Wunsch noch an einem Supermarkt, damit Peter noch Wasserflaschen und etwas Schokolade als Nachtisch besorgen kann.

Zum Abendessen gehen wir ins kleine Restaurant wo die Schwester des jungen Wirts in der kleinen Küche einfache Speisen zubereitet. Dazu gibt es kaltes Bintang-Bier.

Der Wirt gibt uns die Whatsapp-Adresse von Joni, dem bekanntesten Guide zu den hier in der weiteren Umgebung vorkommenden Rafflesien. Wir nehmen Kontakt auf, bekommen aktuelle Bilder von einer erst vor einem Tag aufgeblüten sehr großen Blüte und buchen gleich für morgen einen Ausflug, da die Blüte max. 3-4 Tage geöffnet ist.

Während wir bei hereingebrochener Nacht unser kaltes Bier geniessen, verwandelt sich die Abendstimmung noch zusätzlich durch den SingSang des Muezzin.

Als Nachtisch essen wir dann im Bungalow von unseren Rambutan-Vorräten. Schmecken wir die bei uns bekannten Litschis.

Wir diskutieren den ganzen Abend viel über unseren Reiseplan und die schon gemachten Buchungen. Wir entscheiden uns den Aufenthalt hier im mittleren Süden um insgesamt 6 Übernachtungen einzukürzen und eine zusätzliche Woche auf der Insel Pulau Weh im Norden einzuschieben. Wir buchen unseren Flug nach Banda Aceh, der nördlichen Bezirkshauptstadt, auf den 21.12.24 für happige 145€ um. Die ganzen Hotelbuchungen / Stornierungen bei Booking.com sind kostenlos und mit ein paar Klicks erledigt.

 

Übernachtungsplatz:

Canyon Jungle Stay, Bukittinggi, GPS: -0.307090, 100.360800, kleiner Bungalow mit Doppelbett und Moskitonetz incl. Frühstück,21,60€/night, Preis-Leistungsverhältnis nicht optimal wegen dem doch sehr einfachen Badezimmer, liegt etwas abseits des Stadtzentrums, daher immer ein Taxi oder Roller notwendig, ist aber problemlos für 1,50€/Fahrt zu bekommen, bis 30€ einer der besten Bewertungen in Bukittinggi, daher mit kleinen Einschränkungen empfehlenswert

 

 

Samstag 14.12.2025

 

Heute machen wir, wie gestern abend über Whatsapp abgestimmt, einen Ausflug in den Dschungel zur größten Einzelblüte der Welt. In 10km Entfernung im Dorf Batang Palupuh wohnt Joni der Guide welcher die Standorte der Riesenraflesia Raflesia arnoldii kennt.

Morgens werden wir um 4:50 Uhr durch den Gesang des Muezzin das erste Mal wach. Der Verkehr ist als wir zum Schlafen gingen fast komplett eingeschlafen.

Wir frühstücken für unsere Verhältnisse sehr früh, also schon vor 8 Uhr, damit wir früh zum Dorf und zur Dschungeltour kommen.

Wir bestellen eine Taxi, welches uns die 10km für nicht einmal 2€ (30kIDR) bis zum Dorfeingang fährt. Schon die Anfahrt ist sehr kurvenreich und ist quer durch den Dschungel gebaut. Überall wuchert es in allen möglichen Grüntönen. Auch die Makaken sind rudelweise entlang der Strasse unterwegs und hoffen daß jemand Essensreste aus dem Fenster wirft, obwohl überall Schilder aufgestellt sind, es nicht zu tun, da doch regelmässig Affen überfahren werden. Bei der kurvigen Fahrt ist es schwierig Bilder zu machen.

Als wir ankommen empfängt uns Joni schon am Ortseingang und wir marschieren auch gleich los. 23€ für zwei Personen kostet uns die 2,5h dauernde Tour.

Schon auf den ersten Metern beginnt er Pflanzen und Blumen zu erläutern. Das eine oder andere kennen wir schon von unseren Reisen, aber ist immer wieder interessant.

Er versucht uns einen Verwandten als Guide zu vermitteln, allerdings spricht dieser nur sehr rudimentär Englisch. Wir wollen deshalb, daß Joni, welcher ein sehr gutes Englisch spricht und doch einiges Wissen zum lokalen Regenwald hat, als Guide bleibt. So geht der Verwandte als Unterstützung mit. Unsere Entscheidung wird ohne große Diskussion sofort akzeptiert und wir erfreuen uns an den reichhaltigen Erläuterungen von Joni. Der rote Pfeil markiert ungefähr den Standort der Raflesia oben im Berghang.

Er macht das jetzt schon 40 Jahre erzählt uns viel zum Lebenszyklus der parasitären Pflanze und wir er ein Waldstück schon vor 10 Jahren mit Samen der Raflesia geimpft hat und hofft daß in weiteren 10-15 Jahren dort die ersten Blüten zu sehen sind.

Wir wandern zuerst zum Teil auf schmalen Pfaden durch Nassreisfelder, die immer glitschiger werden, je näher wir uns dem nicht bewirtschafteten Wald nähern. Ab hier geht es ins Eingemachte und zum Teil extrem steil nach oben. Da helfen nur Stöcke und stützende/ziehende Hände, um den einen oder anderen schlammigen Höhenmeter zu erklimmen.

Es ist bei 100% Luftfeuchtigkeit und inzwischen wieder über 30°C im Schatten sehr, sehr anstrengend, aber wir können immer wieder Verschnaufpausen einlegen.

Komplett durchgeschwitzt kommen wir letztendlich nach über einer Stunde Plagerei bei der Blüte an. Seht selber auf den Bildern, das Teil ist der Hammer und live noch viel beeindruckender. Der erwartete Aas-Geruch zum Anlocken der Bestäuberinsekten ist nur aus nächster Nähe schwach wahrnehmbar.

Wir haben mal wieder viel Glück gehabt, daß die kanonenkugelgroße geschlossene Blüte sich vorgestern geöffnet hat. In 3 Tagen wird sie braun und verwelkt sein.

Es gibt im weiteren Umkreis insgesamt fünf Fundgebiete welche von Joni und seinen Guide-Kollegen je nach Blüte angesteuert werden. So ist die Chance auf eine offene Blüte höher, aber die restlichen 4 Standorte sind deutlich weiter entfernt und mit längeren Wanderung behaftet. Unsere heutige Wanderung hat gereicht.

Die von uns besuchte Blüte ist eine männliche, was man anhand der Feuchtigkeit der weissen Flecken im Inneren testen kann. Die weiblichen Blüten haben feuchte Flecken. Neben der offenen Blüte sehen wir die sich entwickelnde Kugel einer weiteren Blüte, welche aber noch 3-4 Monate braucht. Die Blüten sitzen als echte Schmarotzerplanze direkt auf einer Wurzel oder einem Ast und ernähren sich indem sie die Nährstoffleitungern der Wirtspflanze anzapfen.

Nach ausgiebiger Betrachtung und unzähligen Bildern machen wir auf den Rückweg. Ist nicht ganz so anstrengend aber deutlich schwieriger auf dem schlammigen Untergrund zu bewerkstelligen. Mit viel Stockeinsatz und aufmerksamer Unterstützung unserer Begleiter schaffen wir es wieder hinunter bis zu den Reisfelder. Da die Hosenbeine bis fast zu den Knien hoch eingesaut sind, macht es nichts mehr, daß sich Peter einmal mit dem Hosenboden unfreiwillig in den Matsch setzt.

Unten im Dorf geht es direkt zur nächsten Attraktion. Von hier kommt nämlich der berühmte Katzenkaffee, welcher der teuerste Kaffee der Welt ist. Aber zuerst werden die Hosenbeine bzw. die Schuhe ausgiebig geschrubbt, bevor wir uns in das Openair-Cafe des Kopi Lawak House setzen

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Die Besitzerin erläutert wie sie ökologisch verantwortlich den wertvollen Kaffee gewinnt.

Der Kopi Lawak besteht aus Kaffeebohnen welche aus dem Kot nachtaktiver Schleichkatzen gewonnen wird. Zum einen fressen sie nur die guten und reifen Kaffeekirschen und zum anderen werden die Bohnen beim Fressen nicht verletzt. Die Bohnen durchlaufen in den Eingeweiden der Katzen einen Fermentierungsprozess, welcher die Säure entzieht und damit den Kafffee milder macht bzw. zusätzliche Aromen freisetzt.

Der Kot wird in den Plantagen eingesammelt, gewaschen, getrocknet und mit etwas Zimtpulver geröstet. Und fertig ist der teure Katzenkaffee.

Vor Ort kann man für 3€ eine Tasse traditionelle Brühung geniessen. In den USA werden dafür bis zu 80 Dollar aufgerufen.

Auch hier kostet, Marion gönnt sich 100gr im Aromapack; der Kaffee 15€ für 100gr. Daraus ergibt sich ein Schnäppchenpreis von 150€ / kg. Weltweit wird das Kilo zwischen 800-1200 Dollar gehandelt.

Dies ruft natürlich auch die Gauner auf den Plan. Zum einen wird der Kaffee mit normalen Bohnen vermischt und zum anderen die Bohnen nicht ökologisch gewonnen. Während hier der Kot von wildlebenden Tieren gesammelt wird, kommt der meiste Rest von auf Farmen gefangenen Tieren.

Die Besitzerin bezahlt die Kaffeebauern dafür, dass sie einen halben bis ganzen Hektar Regenwald nicht vom Unterholz befreien, so daß die Schleichkatzen ein Rückzuggebiet zum Kacken haben. Nämlich dort wo gefressen wird, wird nicht das große Geschäft gemacht, sondern dort wo das Unterholz noch original ist. So ist auch das Einsammeln des Kots einfacher. Durch unseren Kauf wird diese Art der Produktion gefördert und das Geld kommt direkt beim Erzeuger an.

Auf dem Weg raus aus dem Dorf bis nach vorne an die Hauptstrasse, wo uns das bestellte Taxi abholt, sehen wir noch weitere Blüten.

Wir haben uns zwar im Kopi Lawak House am Brunnen grob gereinigt, aber zu Hause sind wir nochmal eine Stunde mit Waschen und Duschen beschäftigt.

Obwohl das Wetter sich gut hält, wollen wir heute nichts mehr unternehmen, sondern geniessen ein leckeres Mee Goreng in der Lodge und relaxen auf der kleinen Terrasse mit Blick auf den blütenreichen Garten, bis die Dämmerung hereinbricht.

Dummerweise kommen dann aber auch die Riesenmosquitos. Als der Muezzin sein lautstarkes Abendgebet startet, zeihen wir uns ins Innere unseres Bungalows zurück und hoffen daß die Mistviecher keinen Weg zu uns hinein finden. Die stechen einfach durch die Kleider hindurch, vorallem die Marion ist leckere Beute.

Die Geräuschkulisse in der Nacht macht das Regenwaldambiente des Gartens vollständig. Neben Vögel geben die Zikaden und andere Insekten jeden Abend eine lautstarkes Nachtkonzert.

 

 

Übernachtungsplatz:

Canyon Jungle Stay, Bukittinggi, GPS: -0.307090, 100.360800, kleiner Bungalow mit Doppelbett und Moskitonetz incl. Frühstück,21,60€/night, Preis-Leistungsverhältnis nicht optimal wegen dem doch sehr einfachen Badezimmer, liegt etwas abseits des Stadtzentrums, daher immer ein Taxi oder Roller notwendig, ist aber problemlos für 1,50€/Fahrt zu bekommen, bis 30€ einer der besten Bewertungen in Bukittinggi, daher mit kleinen Einschränkungen empfehlenswert

 

 

 

 

 

Sonntag 15.12.2025

 

Nach dem gestrigen Tag sind wir heute mal spät aufgestanden. Zum Frühstück gabs Nutella-Pfannkuchen mit Passionsfrucht aus dem Garten.

Danach sind wir mit dem Taxi quer durch die Stadt zum empfohlenen Mopedverleiher gefahren. War nicht einfach den zu finden, haben zuerst bei einem anderen Taxi/Bus/Mopedverleih-Unternehmen drei Häuser weiter gefragt. Die haben uns geholfen das richtige Haus zu finden, bei dem von aussen nicht wirklich ersichtlich war, daß man hier was ausleihen kann. Ist wohl wieder so eine Onkel-Verwandtschaftskiste. Ist heute Sonntag und daher schon alles ausgebucht.

Also zurück zu dem hilfreichen Laden. Auch hier gab es zuerst nur eine kleine Maschine, welche für einen größeren Ausflug, vorallem für Marion hinten drauf, da sie nicht selber fahren wollte, zu klein war. Als wir schon gehen wollten, kam dann die Anweisung des unsichtbaren Chefs aus dem Background an die beiden jungen Damen an der Reception, daß doch noch ein Fahrzeug zu haben wäre.

Hat sich dann abends herausgestellt, daß es die Maschine des Juniors war, der wahrscheinlich nicht amused war und nach unserer Rückkehr mit seinen Kumpels sofort losgeprescht ist.

Wir bezahlen die etwas teurere, aber komportable, fast neue S-Max (180kIDR=10,80€, sonst nur 100-130kIDR). Da wir den Pass nicht abgeben wollten, musste Marions Krankenkassenkarte herhalten. Der Tank war natürlich fast leer, so daß wir zuerst mal bei der nächsten Flaschentankstelle, 2l Benzin einfüllen lassen.

Der heutige Ausflug soll zum ca. 40km entfernten Danau Maninjau-See gehen. Dazu müssen wir wieder quer durch die Stadt und an unserer Lodge vorbei runter in den Canyon. Diesem folgen wir nach Westen. Rundherum ziehen schon wieder bedrohlich die Monsunwolken hoch. Als wir in Richtung Pancuk Lawang einem Aussichtspunkt abbiegen, kommt plötzlich Sprühregen auf. Wir haben keine Lust die Regenklamotten anzuziehen und drehen um. An der letzten Kreuzung geht es dann wieder in Richtung See.

Die ganze Strecke zieht sich durch landwirtschaftliches Gebiet. Auf einem Höhenstück zwischendurch sehen wir wie die Früchte einer Zuckerpalme geerntet und verarbeitet werden. Am besten mal bei Wikipedia nachlesen wie ertragreich und nutzbar diese Palme ist.

Die letzten Kilometer vor dem See kommen wir zu den „fortyfour2“, den 44 engen und sehr steilen Kurven bis hinunter zum Seeufer. Es gilt reichlich Höhe abzubauen, immer unter der Beobachtung der unterschiedlichen Affenhorden, es könnte ja was essbares abfallen.

Da wir spät gestartet sind, ist es nach der Anfahrt nun schon 14 Uhr und wir schauen nach einem Restaurant Ausschau. Aktuell sind viele geschlossen oder nicht wirklich einladend. Marion bestellt sich bei herrlichem Blick auf den See ein Curry mit Farnspitzen zum Reis und Peter bekommt ein Shrimps auf Sate-Spiessen mit Erdnusssauce. Beides etwas spicy aber sehr lecker. Dazu gab es frischen Maracuja-Saft von Früchten aus dem Garten. Wir wurden gut satt für 150 kIDR=9€ alles zusammen.

Wir wollen hoch zu einem Aussichtspunkt mit Namen Bukik Sakuro. Dazu geht es ein paar Kilometer entlang des Seerands und dann wieder steil den Kraterhang nach oben. Die Strecke ist geteert, aber zum Teil so steil, daß man nur mit Schwung hochkommt. Kritisch wird es nach Kurven, da kommt das Moped beinahe nicht mehr vom Fleck und ein paarmal überlegen wir zu schieben.

Irgendwann kommen wir nach Ortsdurchfahrten am Hang oben an und geniessen die weite Aussicht über den See. Leider hängen rundherum tief die Wolken. Wir machen bei gutem Internetempfang eine Live-Videosession mit Peters Schwester Helga und Mann Götz.

Weiter geht es noch höher in den Regenwald und rein in die tiefhängenden Wolken. Die Strassen sind leicht moosig und daher sehr rutschig. Man muss beim Lenken und Bremsen extrem vorsichtig sein, daher geht es nur langsam voran. Unterwegs kommen wir an Kaffeeplantagen, Zimtgewinnung und Zuckerrohranbau vorbei.

Irgendwann ziehen wir dann doch die im Moped mitgelieferten Regenüberzüge an, auch wenn es sich rausstellt, daß es kurz danach wieder aufhört zu nieseln.

Den ganzen Weg wieder zurück zum See wollen wir nicht fahren und Google sagt, daß es theoretisch einen Weg zum Aussichtspunkt Puncak Lawang, welchen wir heute morgen ausgelassen haben, gibt.

Mit solchen Routen muss man in Sumatra vorsichtig sein, da sie oft ins Nirwana führen. Die Fahrt entpuppt sich als wunderschön in vielen Serpentinen durch den gewaschsenen ursprünglichen Regenwald.

Als wir am Aussichtspunkt ankommen ist reichlich was los, es ist Sonntag. Die Ausflügler wurden mit grossen Busen, kleinen Vans und unzähligen Mopeds hierher gefahren. Wir verzichten auf den Anmarsch hoch zum Restaurant und Aussichtspunkt, da man eher weniger sieht wie bei unserem letzten.

Bevor wir wieder in Richtung Bukittinggi fahren, tanken wir nochmal am Strassenrand. Von dieser Stelle aus, gegenüber des Aussichtspunkt, hat man auch einen guten Fernblick. Die Regenwolken werden dichter und daher schauen wir, daß wir noch trocken und vorallem vor Sonnenuntergang nach Hause kommen.

Unabsichtlich kommen wir auf eine Alternativroute und kommen dort in den trubeligen Rückreiseverkehr.

Zurück in der Stadt wird es verkehrstechnisch nochmal richtig spannend, aber wir können das Moped wohlbehalten nach 80km Tagesausflug beim Verleiher zurückgeben.

Mit einem Taxi fahren wir zurück zur Lodge und sehen, daß in der Mitte der Stadt kräftig Rummel und Nightmarket ist.

Marion ist etwas KO von der langen Soziusfahrt und will daher nicht mehr zurück und hinein ins Gewusel. So bleiben wir im Lokal zu Hause und essen Nasi Goreng mit kaltem Bintang-Bier.

Vom Markt in Padang haben wir ja noch Rambutan und Sala-Früchte, welche es als Nachtisch gibt.

Auf dem großen Fernseher läuft Fussball, so daß einige Kumpels vom Wirt hier sind und das Spiel Indonesien gegen Vietnam mit vollem Eifer schauen. Aktuell sind die ASEAN-Meisterschaften.

 

Übernachtungsplatz:

Canyon Jungle Stay, Bukittinggi, GPS: -0.307090, 100.360800, kleiner Bungalow mit Doppelbett und Moskitonetz incl. Frühstück,21,60€/night, Preis-Leistungsverhältnis nicht optimal wegen dem doch sehr einfachen Badezimmer, liegt etwas abseits des Stadtzentrums, daher immer ein Taxi oder Roller notwendig, ist aber problemlos für 1,50€/Fahrt zu bekommen, bis 30€ einer der besten Bewertungen in Bukittinggi, daher mit kleinen Einschränkungen empfehlenswert

 

 

 

 

Hier wieder die Kartenübersicht der Übernachtungsstandorte während unseres Süd-Ost-Asien Trips:

 

 

                                                                                                                                                                  Teil 112: Indonesien 2024: Sumatra