Mi. 01.05.19

Text und Bilder siehe vorhergehende Seite (Ende April). Wir sind vom 27.04 bis 01.05.2019 am gleichen Platz gestanden.

Übernachtungsplatz:

Freistehen Rogue River Siskiyou National Forest, GPS: 42.253561 , -123.731424, viele Stellplätze, an den Wochenenden voll; geniale Aussicht, sehr windiger Platz, gutes Netz, zum Schreiben ideal, bedingt empfehlenswert

 

 

Do. 02.05.19

Nach den paar Schreibtagen ist jetzt mal wieder Travel angesagt. Der Standort ist toll, auch wenn etwas zu windig, aber es wird Zeit für einen neuen Vorgarten.

Bevor wir aus dem National Forest 'rausfahren, machen wir an einem schönen, sonnenwarmen, windstillen Rasenstück Halt und genehmigen uns eine morgendliche Außendusche. Unterwegs zur Hauptstraße sehen wir nochmal nach oben zu unserem Stellplatz in den Bergen. Sooo weit oben waren wir. Am Weg ein paar nette Blümchen, die hier im geschützten Tal besser wachsen als oben am Berg.

Das erste Etappenziel heute ist die Stadt Medford. Laut Gasbuddy bietet hier eine Shelltankstelle Diesel für 2.959$/Gal an. Im Umkreis von ein paar hundert Kilometer ein unschlagbarer Preis. In Kalifornien lag der günstigste Preis mehr als einen Dollar höher und auch hier in Oregon liegen die meisten noch mit 20-25 Cent/Gal drüber.

Wir haben vermieden in Kalifornien zu tanken und können gleich mal für 500$ den günstigen Treibstoff in unsere Tanks laufen lassen. Das reicht wieder für mindestens 2600km Wegstrecke.

Da Propan mit 2,05$/Gal auch sehr günstig ist, das letzte Mal in Texas zahlten wir 3$/Gal, wollen wir diesen Tank auch gleich voll machen. Der Tankwart hat alle möglichen Anschlüsse, aber der allgemein gebräuchliche nur mit einer zu kurzen Schraube, d.h. für uns den Betankungsschlauch aus dem Gehäuse ausbauen – das lassen wir mal lieber. Richtung Walmart kommen wir zufällig an einem großen Propangashändler vorbei, der unseren Tank auf 68% Füllmenge befüllt bevor die Automatikabschaltung dazwischen geht. Eigentlich sollte das erst bei 80% passieren, aber uns reicht diese Menge wieder für fast ein 3/4 Jahr – ist okay. Walmart, Lowe's Heimwerkermarkt-Shopping und Coin Laundry ist auch mal wieder fällig.

Zum eigentlich geplanten Endziel sind es noch knapp 80km, die Tage bleiben abends jetzt immer länger hell und so haben wir genügend Zeit. Von Medford aus sehen wir in der Ferne den imposanten schneebedeckten Mt. McLoughlin und unterwegs kommen wir noch am schönen, langgezogenen Lost Creek Lake vorbei, ein Stausee.

20km vor dem Zielgebiet (verschiedene Pullouts / kleine Parkplätze im Wald) entdeckt Marion in Maps.me im National Forest nicht weit von der Straße entfernt einen Campground und einen Parkplatz bei der Attraktion „Natural Bridge“. Wir biegen ab. Der Campground ist noch geschlossen, wie die meisten anderen hier auch. 500m entfernt, ein riesiger Parkplatz mitten im Wald bei der Natural Bridge. Keine Verbotstafel und auch sonst niemand. Wir kontrollieren nochmal alle Infotafeln, finden keine Übernachtungsverbote, deshalb bleiben wir im hinteren Teil das Parkplatzes für heute Nacht stehen. Ist eh bald dunkel.

Die letzten Tage hatten wir vermehrt Probleme mit unserem Abwasser. Das Abwasser aus der Spüle und der Toilette läuft nicht mehr so richtig ab. Das kann so nicht bleiben. Wir versuchen unser Glück erst Mal mit einem Rohrreiniger aus dem Baumarkt. Diesen lassen wir lange einwirken und spülen mit heißem Wasser nach. Nix war's. Hat überhaupt nichts gebracht. Hm, es bleibt uns nichts anderes übrig, als das Leitungskonstrukt aufzutrennen und Fehlersuche zu betreiben. Wie befürchtet, stellt sich heraus, dass die Leitung wegen der geringen Steigung mit der Zeit mit Dreck und Ablagerungen verstopft ist, und jetzt gar nichts mehr durchgeht. Kräftiges Spülen und Stochern in der Leitung bringt uns nicht wirklich weiter. Jetzt heißt es, in den sauren Apfel beißen, die Leitung ausbauen und gründlich reinigen. Nach dem Zusammenbau und mehrfachen Spülen der Restleitung bis zum Tank läuft jetzt wieder alles gut ab. In Zukunft müssen wir öfter mal Rohrreiniger einsetzen bzw. mit einer größeren Menge Wasser spülen.

Der Zusammenbau erfolgt schon mit Zusatzbeleuchtung und nach dem Aufräumen ist es bereits 22:30 Uhr. Ein kleines Vesper und ein Feierabendbier, dann ist endgültig Schicht im Schacht. Fix und alle, aber happy, dass wir es gemacht und erledigt haben und jetzt wieder etwas Ruhe in diesem Bereich ist.

Übernachtungsplatz:

Freistehen Natural Bridge am Rogue River, GPS: 42.887914 , -122.464759, großer Parkplatz, leises Flussrauschen, sehr ruhig, mitten im Wald aber trotzdem hell, keine Verbotsschilder, sehr empfehlenswert (Der benachbarte Campground hat zur Zeit noch geschlossen.)

 

 

Fr. 03.05.19

Nach der gestrigen Abendaktion sind wir heute Morgen noch etwas lasch unterwegs und brauchen etwas länger. Aber nach dem Frühstück machen wir den kleinen Trail zur Natural Bridge. Es handelt sich hierbei um Lava-Röhren, die sich noch im flüssigen Lava gebildet haben. In den letzten Jahrtausenden hat sich Schmelzwasser vom Mount Mazama, oben vom Crater Lake, seinen Weg hinunter ins Tal durch diese Lava gefressen und schießt nun mit voller Wucht durch diese Lava-Röhren. Ein Teil des Wassers verschwindet an einigen Stellen und kommt dann durch einen Bypass-Kanal wieder zurück ins eigentliche Flussbecken. Da die Schneeschmelze in den Bergen gerade voll zu Gange ist, ist dies hier ein entsprechend rauschendes Schauspiel. Direkt neben dem Trail entdeckt Marion dann auch noch eine kleine Ansammlung von Orchideen (Calypso bulbosa), die in voller Blüte stehen. Ein perfekter Auftakt für den heutigen Tag.

Ein paar Kilometer weiter geht es nochmal von der Straße runter, da man hier den Gorge/Schlucht und die schmale Wildwasserrinne einsehen kann. An manchen Stellen ist der ausgewaschene Teil wegen des umgebenden harten Gesteins so schmal, dass das Wasser mit noch höherem Druck hindurch schießt. Toll anzuschauen und zu beobachten, wie das Wasser sich seinen Weg sucht; Gischt spritzt, Regenbogen entstehen im Sprühnebel – Wilde Wasser!

Aber jetzt ist genug mit Wildwasser. Jetzt kämpfen wir uns mit dem Moppel auf 2000m zum Crater Lake National Park hoch. Schon auf halber Strecke rechts und links der Straße Schnee. Und oben beim Visitor Center Schnee weit höher als unser Moppel. Vergangenen Winter wurden hier oben mehr als 50 ft / >15m !!! Schneehöhe gemessen – ein Rekord.

Vor 440.000 Jahren wuchs der Mount Mazama auf Grund vulkanischer Ausbrüche auf ca. 3600m Höhe an, bevor vor ca. 7700 Jahren eine gigantische Explosion, ähnlich der am Mount St. Helen's 1980, seinen Gipfel weg sprengte. Der übriggebliebene Krater sackte in sich zusammen und füllte sich langsam mit Wasser. Inzwischen ist der Crater Lake der tiefste See in den USA, mit einer Tiefe von 592m. Durch eine spätere schwächere Eruption wurde die kleine Insel, Wizard Island, am westlichen Teil des Sees gebildet.

Die Straßen hier oben sind noch komplett zugeschneit. Die komplette Umfahrung des Kraters ist leider erst ab Mitte Juni möglich. Aber immerhin ist die Straße bis zum Rim-Village am Kraterrand freigeräumt und wir können ein gutes Stück problemlos auf den 3-4m hohen Schneebergen wandern und haben einen wunderbaren Blick auf den See. Strahlend blauer Himmel, blendend weißer Schnee. Das Wasser des Sees ist wegen seiner Tiefe so dunkelblau. Schwierig, das klare Spiegelbild des Kraterrands vom eigentlichen Fels/Schnee zu unterscheiden. Sieht super aus!

Die Sonne wärmt schon kräftig, wir können problemlos im T-Shirt auf 2165m im Schnee herumlaufen.

Auf dem Weg vom Berg runter, sehen wir an manchen lichten Stellen im Wald auf die Canyonartig ausgewaschenen grauen Ascheablagerungen, die den Berg weiträumig umgeben.

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz für Heute haben wir uns den Deschutes National Forest ausgesucht. Er zieht sich nördlich des Crater Lake, durchsetzt mit unzähligen Seen, westlich von Bend hoch bis zum Mt. Bachelor und den Two Sisters. Die Donnerlasters fuhren gestern schon in dieses Gebiet und berichteten, dass noch viele Straßen wegen Schnee gesperrt sind. Mal sehen, wo es uns hin verschlägt.

Zuerst fahren wir den Rogue Umpqua Oregon Scenic Highway #230 / #138 bis zur Kreuzung am Diamond Lake, wo es auf den Hwy#97 geht, der sich schnurgerade durch den Wald Richtung Bend zieht. Am Walker Mountain biegen wir nach Nordwest auf die #58 Richtung Eugene ab. Nach 17 Meilen/ca 27km geht's wieder nach Norden auf den Cascades Lake Oregon Scenic Byway, der durch das Seengebiet bis hoch zum Mount Bachelor reicht. Wir versuchen einige der besonders sehenswerten Strecken abzufahren.

An verschiedenen Stellen fahren wir kurz raus, um Plätze zu checken. Aber wir sind nicht bereit, für einen Stellplatz, ohne alles, mitten im Wald, Geld zu zahlen. Wir kommen an kilometerlangen, haushohen erstarrten Lavaflüssen vorbei, die aus lauter schwarzen Brocken bestehen. Sieht aus, als würden sie erst seit ein paar Jahren hier liegen.

Der Nachmittag neigt sich dem Ende zu. Zeit, final einen Platz auszuwählen. Von der Straße aus sehen wir diverse Camper und Zelte im Wald an den Seen stehen. Die nächste Waldwegabfahrt raus. Nach etlichen Versuchen, die schönsten Plätze sind leider schon besetzt, finden wir dann doch noch ein Traumplätzchen für uns alleine am Wasserrand.

Das war wieder ein sehr ereignisreicher Tag, mit vielen tollen Eindrücken. Wir chillen noch ein bisschen in der Sonne am See bis es dunkel wird und verziehen uns dann ins Innere.

Übernachtungsplatz:

Freistehen am Davis Creek, Deschutes National Forest, GPS: 43.663824 , -121.812704, tolle ruhige Plätze überall an den Seeufern, sehr empfehlenswert. Während der Hauptsaison wahrscheinlich eher schwierig wegen Überfüllung.

 

 

Sa. 04.05.19

Die Morgensonne begrüßt uns mit Nebelschwaden über dem See. Kann man sich den Ausblick beim Aufstehen schöner vorstellen ?

Auch wenn es wahrscheinlich nicht funktioniert, versuchen wir die Straße bis hoch zum Mount Bachelor zu fahren und um diesen herum. Auf seiner Nordost-Seite ist ein großes Skigebiet. Wir hoffen, dass diese Straßen freigeräumt sind und wir bis nach Bend durchkommen. Leider ist uns kein Glück beschert: 10 Meilen/ca 16km vor dem schneebedeckten Riesen müssen wir wegen gesperrter Straße umkehren. Wieder nach Süden. Nach einigen km, mitten im Wald, liegt der Schnee noch über 1m hoch. Hier hätten die Ranger schon mal ein Schild aufstellen können, um nicht unnötig in der Gegend rumzufahren. Erst bei der zweiten Ostquerung durch den NF haben wir Glück und freie Straßen.

Wir treffen in La Pine wieder auf den Hwy #97 und sind somit auch nicht mehr weit vom Newberry National Volcanic Monument und dessen Visitor Center entfernt. Dort erfahren wir, dass der eigentliche Newberry Krater ca. 30 Meilen/ca. 48km weiter südlich, mit seinen beiden Seen (Paulina Lake, East Lake) wegen Schnee noch nicht erreichbar ist. Direkt neben dem Visitor Center, mitten im Lavastrom, liegt der Butte. Wir kämpfen uns mit Akku-Unterstützung auf den ca. 152m hohen Schlackehügel und dessen steilen Serpentinen hoch und betrachten die Aussicht auf den kilometerbreiten Lavastrom von oben. - Fahrzeuge länger als 22Feet dürfen nicht hochfahren.

Der eigentliche Newberry Vulkan ist schon über 500.000 Jahre aktiv und der Lava Butte ist vor ca. 7000 Jahren entstanden, aber die jüngsten Lavaflüsse, die sich zu unseren Füssen durch die Wälder Oregons gebrannt haben, sind erst 1300 Jahre alt. Vom Butte aus haben wir einen schönen Weitblick und es sieht von hier oben aus, als wäre das Ereignis erst ein paar Jahre her. Die Natur hat es noch nicht geschafft sich vollständig zu erholen.

Im Süden steht eine riesige Rauchfahne am Horizont. Auf der Butte gibt es einen Feuer-Wachturm mit gutem Rundumblick. Ein Ranger beruhigt uns. Es ist ein kontrollierter Abbrand des trockenen Grases vom letzten Jahr, der gemacht wird solange der Untergrund noch feucht ist. Nach Westen die schneebedeckten Berge der Cascade mit Mt. Bachelor und den Schwestern. Vom Visitor Center kann man einen Pfad, von oben gut zu erkennen, durch den Lavastrom wandern, vorbei an interessanten Formationen und Lavagebilden.

Vom Butte runter, fahren wir gleich die 4 Meilen/ca. 6,5km weiter zur Lava River Cave. Eine Lavaröhre, rund 1,5km lang, übriggeblieben nachdem das heiße flüssige Magma durch die schon erkaltete Außenhaut abgeflossen ist. Entdeckt wurde die Röhre, weil ein Teil der Decke (der heutige Eingang) eingestürzt ist. Das Ende der Röhre wurde gebildet durch erkaltete Lava, die nicht mehr abfließen konnte. Wir machen die kurze Einführung durch die Ranger mit, erfahren dann allerdings, dass es die Temperatur ganzjährig bei nur 6°C liegt, was uns mit kurzen Hosen und ohne Jacke zu kalt ist. Der Boden ist wohl sehr uneben und die Röhre ist nur mit Stirnlampe oder anderen Lampen begehbar. Zurück zum Moppel, Fahrräder aufgeladen, wieder zur Lava-Röhre, und dann voll ausgerüstet runter in den Tunnel. Mit den Stirnlampen ist die Höhe fast nicht ausleuchtbar und man erkennt nur auf den Blitzlichtbildern die Ausmaße. Es ist sehr anstrengend über den holprigen Boden zu gehen. Ständig darauf achten, dass wir uns nicht die Haxen verbiegen in den im Dunkel liegenden Löchern. Das Weiße, was an der Decke glitzert, ist übrigens Eis. Wir drehen, wie die meisten, nach mehreren hundert Metern wieder um, weil sich die Sichten kaum verändern und es doch recht frisch ist hier unten. Raus aus der Kälte, wieder ins Warme – ach wie angenehm. Inzwischen schon wieder später Nachmittag. Wir sollten uns so langsam auf den Weg nach Bend und unserem nächsten Stellplatz machen.

In Bend noch kurz zum Walmart, kommen mitten in der Stadt noch am Fluss vorbei, der in der Mitte so modifiziert wurde, dass sich in einem schmalen Kanal Wellen bilden für Wagemutige mit ihren Brettern.

Ein nettes Städtchen, schön am Fluss, wäre mal wieder etwas, um im Freien Essen zu gehen und bei einem gemütlichen Feierabendbier. Aber alles, was wir anfahren, ist rammelvoll oder einfach zu teuer für uns, wie die Pizzeria mit Preisen von 20$ für eine Pizza. Schade.

Also gleich die 10km raus in den National Forest, wo in einem großen Areal schon etliche Camper im Wald verstreut stehen. Wir müssen ein gutes Stück reinfahren, steile ausgewaschene Straßen hoch, finden aber ein schönes ebenes Fleckchen mit Feuerstelle, weit genug von den nächsten Nachbarn entfernt. Von der Radlerei etwas verschwitzt, freuen wir uns auf die erfrischende Außendusche vor dem Abendessen. Marion zaubert noch aus Spinat, Speck, Sahne und Linguine ein leckeres Mahl.

Übernachtungsplatz:

Freistehen im Deschutes National Forest, Bend, GPS: 44.03405 , -121.423971, sehr ruhig, sehr viele Plätze in einem großen Areal, Anfahrt etwas holprig, sehr empfehlenswert

 

 

So. 05.05.19

Wir bleiben heute auf dem schönen Platz stehen, etwas Ruhe, entspannen nach den letzten gut gefüllten Reisetagen. Im Laufe des Tages treffen auch Brigitte und Peter mit Oskar bei uns am Platz ein. Die drei haben eine andere Route genommen, über Eugene und dann wieder Richtung Osten nach Bend. Am Abend ein schönes Lagerfeuer, nachdem wir gemeinsam gegessen haben. Marion hat eine große Schüssel Schwäbischen Kartoffelsalat gemacht, für vier Personen lohnt sich der Aufwand schon mal. Mmmhh lecker....

Übernachtungsplatz:

Freistehen im Deschutes National Forest, Bend, GPS: 44.03405 , -121.423971, sehr ruhig, sehr viele Plätze in einem großen Areal, Anfahrt etwas holprig, sehr empfehlenswert

 

 

 

Mo. 06.05.19

 

Unsere Nachbarn starten nach dem Frühstück gleich durch. Wir sind wie üblich nicht ganz so schnell und brauchen noch etwas bis wir uns nach Bend aufmachen und Shoppen gehen. Aber da wir in den nächsten Tagen die gleichen Ziele abfahren werden, kreuzen sich unsere Wege sicherlich wieder.

Heute: Smith Rock State Park, ein Felsengebiet entstanden durch vulkanische Aktivität vor ein paar Millionen Jahren; eines der sogenannten 7 Wunder von Oregon (Crater Lake NP , Newberry National Volcanic Monument , Oregon Coast , John Day Fossil Beds National Monument, Mt. Hood, Columbia River Gorge, The Wallowas), von denen wir bereits ein paar gesehen haben und andere in den nächsten Tagen absolvieren.

Die mehr als über eine halbe Meile / knapp 1 km dicke Aschenschicht durchmischt mit Tuff wurde vor einer halben Mio. Jahren mit flüssiger Lava überflutet. Durch Erosion bildeten sich die heutigen Felsformationen. Das Tal mit seinen rauen Felswänden ist bei Kletterern und Wanderern sehr beliebt. Auf einem unserer Bilder (roter Kreis) gut zu erkennen sind die Serpentinen, die auf das Plateau hochführen, um dann den Rundblick zu genießen. Wir nehmen unsere e-Bikes und radeln das gesamte Tal ab. Für Wanderungen ist es uns einfach zu warm heute, außerdem sehen wir auf die Art viel mehr.

So kommen wir auch an den vielen, zur Zeit gesperrten, Kletterstellen vorbei, wo in der Felswand Adler in den Horsten ihren Nachwuchs großziehen. Wir entdecken den einen oder anderen Raubvogel in der Luft, kreisend in der Thermik, aber leider keinen im Nest.

Weiter hinten im Tal sind die Hänge voll mit den gelben Blüten der Pfeilblättrigen Balsamwurzel (Balsamorhiza sagittata). Diese Pflanze haben wir in den letzten Wochen häufig gesehen in den unterschiedlichsten Landschaften.

Wir fahren weiter nach Westen Richtung Painted Hills (John Day Fossil Beds Nat'l Monument) und finden im iOverlander einen schönen, ebenen Stellplatz auf BLM-Land, direkt an einem Bach, der gerade reichlich Schmelzwasser führt. Der Platz mit niedrigem Gras ist super geeignet für die Morgen anstehende Abschmieraktion. Heute wird schon mal der neue e-Tacho ausgepackt, da wir die voreingestellten 45000 km erreicht haben und daher der Umbau gemacht werden muss. Den alten Tacho ausbauen, ist in 2 min passiert. Jetzt gilt es, den mitgelieferten 5adrigen Kabelbau mit den Innereien unseres Moppels zusammenzuschalten. Da stehen erst einmal einige Messungen mit dem Messgerät an. Nach einigen Tests sind beinahe alle richtigen Kabel zusammen. Der Kabelbaum allerdings enthält 2 Massekabel, aber der Tacho leider nur einen Pin dafür. Wegen aufkommender Dämmerung und weil das Abendessen ruft ist für heute aber Schluss. Morgen ist auch noch ein Tag.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen BLM near Painted Hills , GPS: 44.612036 , -120.211522, sehr ruhig, sehr schön, sehr empfehlenswert

 

 

Di. 07.05.19

 

Gut ausgeschlafen geht’s an die Liste der notwendigen Reparaturen. Als erstes wird der e-Tacho final angeschlossen, damit der Kabelwust wieder versteckt werden kann. Leider hat der mitgelieferte Kabelbaum wie gestern bereits festgestellt, zwar ein zweites Massekabel, aber der Tacho im Anschlussstecker nicht den dazugehörigen zweiten Massepin. Laut Anschlussbelegung wird die Masse der Uhr nicht separat nach außen geführt. Die Uhr kann deshalb nicht an Dauermasse angeschlossen werden, also unabhängig vom Natoknochen. Da wir mit diesem gewohnheitsmäßig abends das elektrische System mit einem Handgriff stromlos schalten, stirbt damit auch immer die Uhrzeit. Aber so wichtig ist das nicht, da wir zum Navigieren das Handy meistens aktiv haben und somit auch die Zeit im Blick. Da das Armaturenbrett schon auf ist, verlegt Peter gleich noch ein Kabel mit Schalter vom Container aus nach vorne in die Fahrerkabine, damit wir von dort aus manuell den B2B-Lader während der Fahrt zu-/abschalten können, weil der Anschluss über den B+-Punkt an der Lichtmaschine kaputt ist. (Damit schaltet sich der Lader normalerweise automatisch zu, sobald die Lichtmaschine Strom liefert.)

Nachdem die „saubere“ Arbeit in der Fahrerkabine soweit erledigt ist, werden die Abschmierklamotten 'rausgeholt und sowohl die Leitung vom Tacho ans Zwischengetriebe angeschlossen, als auch die Schmiernippel mit dem notwendigen Fett versorgt. Der dritte Druckkessel blubbert etwas am Entwässerungsventil, ist also nicht so richtig dicht. Rostablagerungen an der Dichtung; sauber machen und wieder einbauen. Die letzten 45000 km hat der Öldampfrüssel auch sein Werk hinterlassen und so ist das Rahmeninnere ziemlich ölig und entsprechend sieht der Mechaniker dann auch aus: Wie d'Sau. Also gleich noch den neuen 5 Gal Benzinkanister als Urinbehälter neben dem Batteriekasten befestigen und die Urinleitung neu verlegen. Jetzt noch die Kunststoffregenrinne mit MS Polymer über die Staukastendeckel kleben. Und 'schon' mahnt Marion, dass es Zeit ist aufzuräumen und Schluss zumachen. Heute braucht es mal wieder etwas mehr Wasser und Schrubben beim Duschen. Wieder sauber wird im Schaltschrank noch die Leitung an den B2B-Lader angeschlossen. Funktioniert irgendwie nicht. Anscheinend ist der Lader nun doch ganz hinüber. Mist. Aber jetzt ist genug und Schluss mit Basteln. Den Abend lassen wir dann bei Brigitte und Peter, die heute auch bei uns eingetroffen sind, am Lagerfeuer ausklingen, mit einem Rotwein und einem guten Gefühl, einiges weggeschafft zu haben.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen BLM near Painted Hills an der Bridge Creek Road , GPS: 44.612036 , -120.211522, sehr ruhig, sehr schön, sehr empfehlenswert

 

 

Mi. 08.05.19

 

Obwohl der Platz so toll ist, dass wir gerne noch ein paar Tage stehengeblieben wären, fahren wir weiter nach Osten, um entlang am John Day River zwei von drei ausgesuchten Gebieten des John Day Fossil Beds Nat'l Monuments (ein weiteres Wunder von Oregon) zu besichtigen. Den östlichen Teil „Sheep Rock Unit“ mit seiner Ausstellung fossiler Pflanzen und Tierknochen werden wir nicht anfahren, aber die „Painted Hills Unit“ und weiter nördlich die sogenannte „Clarno Unit“.

Die Painted Hills Unit ist nur ca. 12 km von unserem jetzigen Standort entfernt und daher schnell erreicht. Das Gebiet spiegelt die über Jahrtausende abgelagerten Schichten mit ihrer klimabedingten Zusammensetzung wieder. Auf Grund des unterschiedlichen Mineralgehalts nehmen die Schichten wegen Oxidationsprozessen unterschiedliche Farben an. Im Death Valley hatten wir schon dieselben farbenprächtigen Prozesse anschauen können.

Zuerst fahren wir zu einem auf einem Hügel liegenden Aussichtspunkt mit schönem Rundblick,

bevor wir weiter drin im Areal nach einer kurzen Mittagspause einen Mini-trail durch die Hügel laufen, um die narbigen farbigen Ablagerungen aus der Nähe zu betrachten.

Das Gebiet ist nicht sooo groß und nach einem kurzen Abstecher in die westliche Ecke – wunderschöne Färbungen,

machen wir uns auf den Weg Richtung Clarno Unit. Wir nehmen die Backcountry-„Bridge Creek Road“ bis Twickenham. Diese Gravelroad mäandert oben am Hügelkamm entlang und wir haben immer einen tollen Blick ins Flusstal hinunter. Von Twickenham aus geht es über den 1154m hohen Butte Creek Pass nach Fossil. Der Scenic Byway, der die einzelnen Gebiete am John Day River verbindet, hat den Namen „Journey through time“ erhalten, weil hier die farbigen Schichten sehr eindrucksvoll die Jahrtausende widerspiegeln.

Die Clarno Unit, auch eine von der Erosion „heraus gemeißelte“ Felsformation, liegt auf dem Weg zu unserem heutigen Stellplatz direkt am John Day River. Nur wenige Kilometer hinter der Clarno Unit überqueren wir den Fluss, fahren noch ca. 4 km an ihm entlang, bevor wir in einem idyllischen Pappelwald den grasbewachsenen Platz mit Feuerstelle direkt am Wasser erreichen. Kaum eingeparkt, das Feierabendbier und die Stühle ausgepackt, treffen auch die Donnerlasters ein, die nach den Painted Hills noch eine Abzweigung in die Burnt Ranch Road abgefahren sind.

Lagerfeuer gibt es heute nicht. Aber wir sitzen lange am Flussufer und sehen den vielen Wasserwirbeln zu, auch wenn der Fluss sein wahres ausuferndes und reißendes Ich während der Schneeschmelze noch nicht zeigt.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen BLM John Day River, near Clarno Unit, GPS: 44.931525 , -120.477932, wunderschöner Platz direkt am River, sehr ruhig, sehr empfehlenswert

 

 

Do. 09.05.19

 

Wir tun uns heute echt schwer, den tollen Platz am Fluss zu verlassen, aber wir wollen heute den nördlich liegenden mächtigen Columbia River ansteuern und dort nach einer Flussüberquerung in Roosevelt im Stadtpark für mindestens 1-2 Tage stehen. Das Stehen im Park ist frei und neben Wasserstelle und Toiletten gibt es wohl auch eine offene Dusche.

Also verlassen wir mit einem wehmütigen Blick zurück den Fluss,

fahren wieder zurück nach Fossil, vorbei an der Clarno Unit,

von dort durch die Jahrtausende innerhalb eines Canyons

nach oben in die Gegenwart nach Condon.

Im ausufernden Flusstal des Columbia River stehen tausende Windmühlen zur Stromerzeugung. Oregon ist der Staat mit dem höchsten Anteil an regenerativer Energie (Wasser, Wind) und Vorreiter im Umwelt- und Naturschutz.

Als wir in Arlington ankommen, müssen wir leider feststellen, dass die Google-Info bezgl. einer Flussfähre rüber nach Roosevelt leider eine Fehlinfo ist. Hm. Somit stirbt die Idee mit der Pause im Stadtpark, da wir, um dort hinzukommen, einen Umweg von 80 km fahren müssten. Schade.

Immer noch auf der Oregon-Seite geht's entlang des Columbia Rivers nach Westen bis zum John Day Dam. Flussabwärts unterhalb des Damms gibt es mehrere größere Plätze und Recreation Areas, auf denen man bis zu 14 Tage frei stehen darf.

Nachdem wir uns von unserem schönen Platz mit direktem Blick auf die Staumauer verabschiedet haben - der Ranger meint, hier dürfen nur die hier ansässigen First Nation stehen - parken wir etwas schräg in die Parklücke vor dem Donnerlaster ein. Die Plätze sind etwas verdreckt, aber für eine Nacht ist es OK. Wir sind gespannt, wie schlimm die oberhalb von uns liegende Eisenbahn und der direkt daneben liegende Highway unsere Nachtruhe beeinflussen werden.

Als wir uns noch auf ein Gläschen Wein zu unseren Nachbarn setzen, rutscht Marion beim Runterklettern aus dem Moppel auf der untersten Stufe der Leiter aus und landet sehr unsanft auf ihren vier Buchstaben. Aus alter Judoroutine fängt sie sich gottseidank noch etwas ab, sonst wäre sie mit dem Hinterkopf auch noch auf den Randstein geknallt. Und das wäre sicher nicht so glimpflich ausgegangen. Aber die vorhandenen Schmerzen reichen aus, um die nächsten Tage/Wochen damit geplagt zu sein. Deshalb bleiben wir heute auch nicht so lange sitzen, obwohl die Sterne und der beleuchtete Damm zum länger verweilen einladen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen am John Day Dam, Rufus , GPS: 45.706582 , -120.706663, viele Plätze, relativ ruhig, Hwy + Eisenbahn, nachts einigermaßen ok, schöner Blick auf den Damm, für eine Nacht auf der Durchreise i.O.

 

 

Fr. 10.05.19

 

Heute trennen sich mal wieder unsere Wege. Die Donnerlasters werden dem Columbia River weiter bis nach Portland folgen, während wir ab Hood River die südliche Umfahrung des Mount Hood nehmen.

Auf dem Weg nach Hood River biegen wir in The Dalles von der I84 auf die alte scenic route 30 ab. Diese schlängelt sich in Serpentinen hoch zum Rowena Crest, von wo man einen tollen Blick auf den Columbia River hat. Das Gebiet wurde schon früh von den First Nation besiedelt. Auf dem weiteren Verlauf der Straße liegt ein Trail mit historischen Markern und von einem Viewpoint aus blickt man auf eine Flussinsel, auf der die Ahnen der heute hier lebenden Stämme beerdigt sind.

In Hood River gibt es eine freie Dump station mit Frischwasser, die wir gerne nutzen. Im Supermarkt füllen wir noch unsere Vorräte auf, bevor wir dann auf die scenic route 36 nach Süden abbiegen, die den Mount Hood auf der Ostseite erklimmt und nach Westen auf die Route 26 trifft, auf der wir dann nach Portland fahren werden.

Bevor der richtige Aufstieg zum Berg erfolgt, durchqueren wir große Weinanbaugebiete. Wir machen an einer Winery halt und wollen etwas Pinot Noir einkaufen. Die günstigste Flasche kostet 26$, ein wahres Schnäppchen (!), da die ausgebauten Varianten in der Größenordnung von um die 50$ liegen. Nichts für Schwaben. Da vergeht, wenigstens uns, die Lust aufs Trinken und auf ein Tasting.

Auf der Strecke hoch zum Skigebiet am Gipfel gibt es reichlich Plätze, Rest Areas, Camping sites, auf denen wir einen Platz für die Nacht finden sollten. Aber leider sind die meisten Plätze noch geschlossen bzw. wegen Schnee noch nicht erreichbar.

Als wir den höchsten Punkt erreichen, haben wir einen tollen Blick auf die schneebedeckten Pisten, aber der Frühling hat hier schon einiges an Tribut gefordert. Der Gondel- und sonstige Betrieb ist wegen Maintenance / Revision derzeit eingestellt.

Schon auf der Westseite fahren wir noch eine 10 mi / ca. 17 km lange Straße in Serpentinen hoch zur Timberline Lodge, die direkt am Skihang liegt. Wir haben ein tolles Anwesen komplett aus Baumstämmen gebaut erwartet, werden aber etwas enttäuscht, da es ein aus Stein gebautes riesiges Hotel ist. Mit dem nötigen Kleingeld, sind die darin befindlichen Annehmlichkeiten in dem schlossähnlichen Gebäude sicherlich nicht schlecht. Die Google Luftaufnahmen des Anwesens und Bilder von der Inneneinrichtung (viel Holz, ganze Baumstämme, Kamine) lassen dies stark vermuten. Nichts für unseren Geldbeutel. Es gibt hier oben zwar ausgewiesene overnight parking-Bereiche für Tourenwanderer, aber man darf nicht im Wagen übernachten. Also alles wieder hinunterfahren und auf der Strecke Richtung Portland weitersuchen.

Alle Waldwege, die wir ausprobieren, sind zu eng, zu niedrige Äste oder kein Platz zum Stehen, bis wir kurz vor ZigZag einen größeren Platz neben der Straße entdecken. Dem Müll nach zu urteilen wurde hier schon öfters gecampt. Auch wenn der Verkehr trotz drei Reihen Tannen sehr laut ist bleiben wir stehen, da wir inzwischen rechtschaffen müde sind. Wir sitzen noch auf ein Bier vor den Moppel, essen zu Abend und hoffen, dass der Verkehr irgendwann ruhiger wird. Gestern direkt unterhalb der I84 war es ruhiger. Gegen 23 Uhr lässt der Verkehr endlich nach und wir können bis morgens um halb sechs einigermaßen gut durchschlafen, bevor der Samstagsverkehr wieder einsetzt.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Waldparkplatz am Mount Hood Hwy, GPS: 45.307867 , -121.877757, großer Platz, etwas verdreckt, sehr laut, direkt an der Straße. Absolute Notlösung, da alle anderen Plätze voll oder noch wegen Schnee gesperrt waren. Nur bedingt empfehlenswert

 

 

 

 

Sa. 11.05.19

 

Halbwegs ausgeschlafen machen wir uns auf den Weg nach Portland. Super Wetter. Ideal, um die Stadt mit den Fahrrädern zu erkunden. In Verlängerung der Uferpromenade, in der Nähe des Yachthafens, finden wir einen Parkplatz und von dort aus geht es erst mal am Wasser entlang Richtung Downtown. An den Wochenenden findet hier immer ein Bauern-/Künstlermarkt statt. Für den Farmers Market ist es bereits zu spät; der ist schon halb abgebaut. Der Künstler-/Food-Market ist aber noch voll im Gange und so bummeln wir durch die vielen Zelte und Stände. Immer mal wieder nett all der Nippes, von wirklich schön bis total überflüssig. Auch zu essen finden wir etwas: Indisch, Hühnchen in lecker Currysauce.

Vom Flussufer aus ziehen wir unsere Route quer durch Downtown. Eine klassische Fußgängerzone zum Bummeln finden wir nicht bzw. gibt es nicht, was uns auch später Einheimische bestätigen.

Quer durch Downtown zieht sich ein breiter Grünstreifen, ideal für die Anwohner zum Entspannen.

Nachdem wir in mehreren Loops die Innenstadt erkundet haben und leider nichts Gemütliches für ein Käffchen gefunden haben, fahren wir zum Lan Su Chinese Garden, der authentisch im Stil der Ming-Dynastie angelegt wurde. Der Eintrittspreis von 11$/Pers. ist uns zu viel, nur um den kleinen umbauten Garten mit den Pavillons von innen zu besichtigen. Etwas später kommen wir an einem Ramen-Restaurant vorbei. Da Oli ein ausgesprochener Ramen-Fan ist, mussten wir ihm natürlich sofort per WhatsApp ein Bildle schicken.

Jetzt steuern wir mit den Rädern unser vorerst letztes Ziel auf der Portland-Liste an, nämlich den Washington Park. Auf dem letzten Stück bis zum Park, sozusagen der Speckgürtel um den Park, stehen lauter tolle Villen, eine schöner als die andere, mit parkähnlich angelegten Gärten. Herrliche Wohngegend nur für besser Betuchte.

Ein Teil des Washington Parks ist der älteste offiziell durchgängig bewirtschaftete öffentliche Rosenprüfgarten der USA (International Rose Test Garden). Hier gibt es mehrere tausend Rosenstöcke, aber leider sind wir ein paar Wochen zu früh dran, so dass wir zwar viele Blütenknospen sehen aber nur wenig offene Rosen.

Dafür blühen die Azaleen und Rhododendren in voller Pracht und in riesigem Ausmaß; eine wahre Freude.

Der Nachmittag neigt sich dem Ende zu und wir machen uns auf den Heimweg zum Auto. Am Yachthafen gibt es für jeden noch eine große Kugel Eis, bevor wir dann die Fahrräder wieder verstauen und aus Portland rausfahren.

Zum Übernachten wollen wir Richtung Küste fahren. Wir haben auf der Oregon-Karte einen Flusslauf auf BLM-Land entdeckt, auf dem auch campsites ausgewiesen sind. Als wir ankommen, sind die diversen campsites wegen Wochenende schon sehr gut besetzt. Auf dem letzten der fünf ist noch ein Platz frei. Den nehmen wir, auch wenn wir 10$ ins Kässchen reinstecken müssen. Das Flusstal, sehr schattig, aber zauberhaft, mit vielen Bäumen dicht mit Moos bewachsen und steil aufsteigenden bewaldeten Wänden, dadurch recht kühl, trotzdem brennen rundum die Lagerfeuer. Wir sind ziemlich ausgepowert, nehmen nur noch eine schnelle sehr erfrischende Außendusche und fallen nach einem kleinen Vesper erschöpft in die Kissen.

 

Übernachtungsplatz:

Campground Alden Glen, Nestucca River, National Forest, GPS: 45.265853, -123.579344, 10$/Nacht, Trinkwasser + Pit Toilet, am Wochenende sehr voll, etwas dunkel mitten im Wald; für eine Nacht auf der Durchreise OK, bedingt empfehlenswert.

 

 

So. 12.05.19

 

Heute geht es wieder raus an die Pazifikküste Oregons. Als nach dem Frühstück endlich etwas Licht in das enge Flusstal fällt, brechen wir auf und fahren die restlichen Kilometer durch den Märchenwald mit seinen moosbewachsenen Ästen und den satten Grüntönen.

In Beaver treffen wir wieder auf den Hwy#101, auf dem wir schon unzählige Kilometer ab der Mitte Kaliforniens bis hier hoch unterwegs gewesen sind. Nächste Station ist Tillamook, in Nordamerika weit bekannt, da hier eine riesige Käserei steht, wo der gleichnamige Käse in unterschiedlichsten Varianten produziert wird, der in beinahe jedem Supermarkt erhältlich ist.

Kurz vor Tillamook besuchen wir noch eine kleine Käserei, die sich auf Camembert spezialisiert hat und ihren Kunden sogar kostenlose Stellplätze für die Nacht anbietet. Wir essen dort ein mit Käse überbackenes Sandwich. Von dem total überteuerten Schimmelkäse kaufen wir nichts, nur ein Glas Original Oregon Marionberry Marmelade (so eine Art Brombeere). Danach fahren wir direkt zur großen Käserei rüber.

Der sehr große Parkplatz ist total voll und wir müssen auf den Overflow-Platz ausweichen. Da heute Sonntag ist, ist hier die Hölle los. Self guided tour: Vom ersten Stock aus können durch mächtige Glasscheiben die einzelnen Schritte der Produktion inkl. Erklärungs-/Schautafeln besichtigt werden, von links nach rechts. Auf der linken Seite sind die großen Edelstahlkessel, in denen die Milch gekocht und mit Lab versetzt wird. Der entstandene Käse wird vollautomatisch eingesammelt und in große Quader gepresst, die in Folie eingeschweißt über Fließbänder ins Reifelager transportiert werden. Auf der rechten Seite kommen die schon fertig gereiften Käseblöcke aus dem Lager, werden in gleichmäßige Quader geschnitten und dann wieder für den Versand oder die Weiterverarbeitung in Folie verpackt.

Anschließend an die Besichtigung gibt es eine kostenlose Verkostung der unterschiedlichsten Sorten, bevor man direkt in den ausufernden Shop weitergeleitet wird. Natürlich decken auch wir uns mit etwas Käse ein, vor allem da wir einen günstigen Schweizer Käse entdecken – der schmeckt sogar ähnlich. Die Cheddar- und sonstigen Varianten sind nicht so unsere Geschmacksrichtung. Marion entdeckt noch eine knallorange Pudelmütze, bei der sie nicht widerstehen kann. Damit muss sie dann noch in den orangen Tillamook-VW-Bus sitzen.

Als wir wieder raus sind, sehen wir, dass die Donnerlasters uns eine Nachricht gesendet haben und 50km weiter südlich am Strand auf einem freien Stellplatz übernachten wollen. Da der Platz vor der kleinen Käserei nicht so prickelnd ist, beschließen wir auch nach Süden zu fahren und uns mit den beiden zu treffen. Wir nehmen die Backcountry road vorne an der Küste durch den Cape Lookout State Park. Die Aussichten halten sich in Grenzen, dafür geht es sehr steil bergauf und bergab. Als wir wieder unten am Strand entlang fahren, sehen wir Einheimische beim Muschelsammeln; jetzt bei Ebbe geht’s doch recht weit raus. Seehunde liegen faul in der Sonne.

Am vermeintlichen Ziel angekommen, haben wir zwischendurch wieder Netz und erfahren, dass der Platz nichts taugt und die Beiden wieder auf der #101 nach Tillamook zum dortigen Flugzeug-Museum unterwegs sind, um dort auf dem Parkplatz stehen zu bleiben.

Da sind wir jetzt am Ende 100km umsonst durch die Gegend gefahren; uns hat der Platz auch nicht gefallen. Wieder in der Nähe von Tillamook, kommen uns die beiden mit ihrem Donnerlaster gerade auf der Zufahrtsstraße zum Museum entgegen und erzählen, dass der Sheriff hier keine Übernachtung mehr zulässt. Also steuern wir den Parkplatz des am Rande von Tillamook liegenden Carnahan Parks an, der eigentlich eher eine Boatramp als ein Park ist. Auf einer Tafel wird darauf hingewiesen, dass der Park nach Einbruch der Dämmerung geschlossen ist. Außerhalb gibt es einen weiteren großen Parkplatz zum Abstellen der Bootsanhänger. Keinerlei Hinweistafeln, wir stellen uns da mal hin. Nach einem kurzen Abendessen kommen Brigitte und Peter noch auf Bier bzw. Wein und etwas Knabberzeugs zu uns auf Besuch. Inzwischen ist es Nacht, niemand hat uns gestört und die letzten Einheimischen sind inzwischen auch nach Hause gefahren.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen beim Carnahan Park, Tillamook, GPS: 45.454415, -123.855936, großer Trailerparkplatz direkt vor dem kleinen Park mit boatramp, sehr ruhig, keine Verbotsschilder, für 1-2 Nächte sehr empfehlenswert.

 

 

Mo. 13.05.19

 

Weil für heute schlecht Wetter mit Regen angesagt ist, bleiben wir stehen, während die Nachbarn weiter wollen. Wir warten zwar auch auf die Ankunft eines Ersatzteilpakets, das kann aber noch eine Weile dauern. Peter L. muss aber einige Reparaturen durchführen und neue Reifen auf seinen Donnerlaster aufziehen. Über das Allradforum hat er einen weiteren Peter S. aufgetan, der 100km nördlich von Vancouver lebt und vor über 30 Jahren hierher ausgewandert ist. Er bastelt ebenfalls an einem Campmobil auf LKW-Basis, weshalb er im Forum auch recht aktiv ist. Wir haben über Peter L. anfragen lassen, ob wir die Adresse auch nützen dürfen, so dass wir unser Paket dort abholen können, sobald wir die finale Tracking Info der Ankunft erhalten haben. Da unser Paket eine Woche später auf Reisen ging, haben wir noch etwas mehr Zeit bzw. bei Peter S. in Kanada kann es auch problemlos ein paar Tage liegenbleiben.

Wir schreiben und lesen viel und als es gerade mal nicht regnet, gehen wir auch mal rüber zur Boatramp. Alles in allem ein chilliger Tag, aber auch das muss/darf hin und wieder sein.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen beim Carnahan Park, Tillamook, GPS: 45.454415, -123.855936, großer Trailerparkplatz direkt vor dem kleinen Park mit boatramp, sehr ruhig, keine Verbotsschilder, für 1-2 Nächte sehr empfehlenswert.

 

 

Di. 14.05.19

 

Das Wetter hat sich nicht wesentlich gebessert, aber wir entschließen uns weiterzufahren, zum einen, dass wir auch weiter Richtung Norden vorankommen und zum anderen, dass dieser tolle Platz hier nicht durch uns als Langzeit-Camper verbrannt wird. Die Einheimischen sind nett und interessiert, besonders diejenigen, die sich trauen, uns anzusprechen. Aber irgendwann wird die Info doch bis zum Sheriff durchsickern, und wir wollen vermeiden, dass der Platz für die Zukunft via Verbotstafel geschlossen wird. Daher bleiben wir auf den einzelnen Boondocking-Plätzen prinzipiell nur max. 1 bis 2 Tage stehen und ziehen dann weiter.

Bei leichtem Nieselregen fahren wir aus Tillamook hinaus. Gleich im nächsten Ort halten wir kurz an einer Räucherei an, wo man im Outlet shop günstig heiß gerauchte Wurststicks kaufen kann. Wir lieben diese Sticks, als Snack zwischendurch oder im Wandergepäck. In den Supermärkten sind die Teile oft recht teuer, aber hier passt der Preis.

Die viel gelobte wilde Oregon-Küste ist heute leider etwas mit Nebel und Regen verhangen, aber von den einzelnen Aussichtspunkten aus dennoch imposant.

Vor Cannon Beach, einem bekannten Touristenort, liegt ein riesiger Felsbrocken im vorgelagerten Strand voll von hunderten Seevögeln, die dort brüten. Bei Ebbe kann man 'rüberlaufen und in den übriggebliebenen Tümpeln die bunten Seesterne bewundern. Als wir ankommen regnet es und es ist keine Ebbe. So fahren wir einmal rauf und runter durch das Touri-Strandstädtchen und dann wieder direkt auf die #101.

Vor Astoria kreuzen wir im trüben Wetter den Lewis and Clark Trail. Bei schönem Wetter würden die voll in Blüte stehenden Ginsterbüsche knallgelb leuchten.

Wir machen noch einen Abstecher zum Fort Clatsop Nat'l Memorial. Hier wird an die Pioniertat von Lewis und Clark erinnert, die sich anno 1804 in einem 1,5jährigen Gewaltsmarsch von St. Louis, am Missouri entlang, bis an die Pazifikküste bzw. an das Columbia River Delta durchgeschlagen haben. Präsident Jefferson hatte die Idee zu diesem 4000 Meilen / ca. 6500 km langen Erkundungstreck. Schon beeindruckend, was sie damals geleistet und durchgemacht haben unter enormen Anstrengungen. Und wie sich seit damals – eigentlich noch gar nicht so lange her – alles verändert hat, zum Guten und zum Schlechten vor allem für die First Nations.

Es regnet ziemlich stark. Deshalb verzichten wir auf die Holzhüttennachbauten und überlassen diese den Schulklassen, die trotz des schlechten Wetters dort hingetrieben werden. Wir besichtigen in Ruhe im Visitor Center die Fallensteller-Exponate, alte Kanus und die detailliert dargestellten Etappen mit den Highlights.

Später in Astoria fahren wir dann über große Verbindungsbrücke über den Columbia-River von Oregon in den Staat Washington hinüber.

 

Washington - the Evergreen State

 

So langsam müssen wir uns um einen Stellplatz kümmern und fahren bei strömendem Regen noch 30 km in die Wälder bzw. eine ziemlich steile, mehrere Kilometer lange Strecke quer durch den Wald zu einer Campsite betrieben vom Staat Washington.

Als wir ankommen sind wir fast alleine, stellen aber fest, dass wir, um hier campen zu dürfen, entweder online 10$ pro Tag überweisen müssen oder Discovery Jahres Pass benötigen (kostet 35$). Diesen kann man sich zusenden lassen oder in hundert verschiedenen Verkaufsstellen erwerben. Haben wir beides nicht und wir hoffen, dass uns bei diesem Sauwetter so tief mitten im Wald nicht noch ein Ranger kontrolliert.

Viel schlimmer ist, durch das Mistwetter bekommen wir keinen Strom vom Dach und da der B2B-Lader aktuell ja nicht funktioniert, sieht es so langsam sehr mau aus. Also Markise raus, damit der Stromgenerator im einigermaßen Trockenen angeworfen werden kann. Aber, wie es halt so ist, im worst case, versagen alle Alternativen. Nach einer Stunde Basteln und Zerlegen gibt Peter auf, das Mist-Ding zum Laufen zu bringen, und packt alles wieder ein. Sch.....eibenkleister!

Bis zur nächsten größeren Stadt Longview sind es noch ca. 100 km, wo wir vielleicht einen Shop findet, der den Generator reparieren kann. Andernfalls müssen wir auf einen kostenpflichtigen Campingplatz und über Nacht die Li-Batterie über Landstrom laden.

Wir packen kurzentschlossen zusammen und brettern die 100 km entlang am Columbia-River, vorbei an unzähligen Tümpeln voll mit gelben Iris, bis nach Longview. Dort stellen wir uns für die Nacht zu anderen Campern auf den Walmart-Parkplatz mitten im Industriegebiet (Holz, Papier, Strom, Öl).

Gegen Abend fährt noch der Sheriff durch, aber nach einer Runde fährt er wieder vom Platz.

Durch die anstrengende Fahrerei im Regen und die nervenaufreibende, nicht erfolgreichen Reparaturversuche sind wir doch ziemlich platt und gehen daher zeitig ins warme kuschelige Bett.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Walmart, Longview, GPS: 46.120779, -122.931435. Abends fuhr Polizei ohne Kommentar vorbei, morgens wurden alle Camper schriftlich aufgefordert, sofort den Platz zu verlassen - 3 Polizeiwagen kontrollierten jeden, der noch nicht abfahrbereit bzw. abgefahren ist. Platz NICHT nutzbar

 

 

Mi. 15.05.19

 

Die Nacht war 'relativ' ruhig, bis auf die Dauergeräusche der in der Nähe auch Nachts durcharbeitenden Papiermühlen und sonstigen Fabriken. Aber irgendwann waren wir derart müde, dass uns das nicht mehr gestört hat. Während wir noch frühstücken, sehen wir zwei junge Damen über den Parkplatz gehen und nach einem kurzen Gespräch mit verschiedenen Passanten Zettel verteilen bzw. Photos von einzelnen Fahrzeugen machen. Wir denken uns nichts dabei und machen uns langsam abfahrbereit.

Als ich/P heute Morgen aufgewacht bin und mal wieder über den B2B-Lader nachgedacht habe, ist mir noch ein Test eingefallen, den ich noch ausprobieren könnte. Wenn man den Lader auf Dauer AN schalten will, muss man den Plus- bzw. Minus-Pol auf der Rückseite mit einem Kabel verbinden. Somit bekommt das Gerät das 24V-Signal über die interne Verbindung über das Kabel zur LKW-Batterie. Dies scheint aber nicht mehr zu funktionieren. Eine Messung ergibt auch, dass hier keine 24V mehr anliegen. Die Idee ist jetzt einfach, über eine separate Leitung die 24V an diesen Pol zu führen und zu sehen, was dann passiert. Wie gehofft, zeigt das Gerät die gewünschte Reaktion und ist wieder betriebsbereit, schaufelt Strom von den LKW-Batterien zur Li-Zelle. Jetzt muss ich nur noch das schon liegende Kabel mit manuellem Schalter im Fahrerhaus mit dieser zusätzlichen 24V-Leitung verbinden und schon ist das Problem gelöst. Nachdem alles sauber verkabelt und abisoliert ist, sind wir wieder mit einem funktionierenden B2B-Lader im Rennen.

Zwischendurch ist mir an der Beifahrertür auch solch ein Zettel aufgefallen. Darauf steht, dass wir unverzüglich das Gelände verlassen müssen, da es wohl vom Sheriff aus nicht erlaubt ist, hier zu übernachten. Da haben wir uns natürlich gefragt, warum er gestern Abend nichts gesagt hatte.

Wir haben den Motor schon gestartet und sind gerade am Verpacken der Eingangsleiter, als drei Polizeiwagen auf den Platz fahren und sich strategisch verteilen. Dem Fahrer eines benachbarten Autos, der darin übernachtet hatte, werden gerade die Handschellen angelegt. Wir glauben allerdings nicht, dass dies daran liegt, dass er hier übernachtete oder vielleicht schon mehrere Aufforderungen ignoriert hatte, sondern eher wahrscheinlich andere Ursachen hat. Wir fahren langsam los und nehmen Blickkontakt mit den voll ausgerüsteten Cops auf. Mit einem freundlichen Kopfnicken werden wir verabschiedet und können unbehelligt vom Parkplatz fahren.

Das ist jetzt das erste Mal seit wir in Nordamerika reisen und wir uns nicht sicher gewesen sind, ob wir jetzt doch Schwierigkeiten bekommen. Aber nach der Reaktion der Beamten sind wir uns einigermaßen sicher, dass der Kollege in Handschellen andere Probleme hat und es nicht direkt mit Overnight Parking zu tun hat.

Der erste Shop, den wir anfahren, repariert zwar Generatoren, ist aber für die nächsten 3 Monate voll ausgebucht. Auch der zweite hat reichlich Arbeit rumliegen, aber wenigstens erhalten wir hier verbal Hilfe. Hier erklärt man mir/P, dass in 80% aller Fälle das Problem das im Sprit enthaltene Ethanol ist, bis zu 20% Volumenanteil. Dieses zieht Wasser, liegt, da schwerer als Benzin, unten im Tank und wird vom Vergaser deshalb als erstes angezogen. Der Zündfunke schafft dann nicht mehr, dieses wasserhaltige Gemisch zum Zünden zu bringen. Und durch das Ethanol korrodieren die Alu-Vergaser mit der Zeit und werden so zerstört. Er empfiehlt: Sprit aus dem Tank und dem Vergaser, dann Ethanol-freies Benzin rein bzw. ein bisschen spezielles Additiv in den Ethanol-haltigen Sprit geben. Ich kaufe dieses Additiv gleich bei ihm, auch wegen der tollen 20minütigen Beratung und dann machen wir uns auf die Suche nach einer Tanke mit Ethanol-freiem Benzin. Gar nicht so einfach. Wo wir nachfragen, gibt’s das nicht. Da aber der B2B-Lader jetzt wieder spurt, ist der Druck nicht ganz so groß.

 

Mount St. Helens: Dessen Bergspitze wurde am 18. Mai 1980 bei einem der stärksten Vulkanausbrüche des 20. JH abgesprengt. Von Longview aus wollen wir ihn südlich umfahren und dann auf der Ostseite hoch bis zum Krater fahren. 15 km außerhalb von Longview checken wir in einem Visitor Center die Straßenlage. Die Dame hinterm Tresen erklärt, dass die Straßen im Osten alle noch geschlossen sind. Die Westeinfahrt ist seit heute wieder offen. Wir hatten gestern noch mit Brigitte und Peter Kontakt, die uns berichteten, dass sie auf halber Strecke hoch den Berg an eine Sperre gekommen sind und daher, auch wegen des schlechten Wetters, nicht wirklich viel vom Vulkan gesehen haben.

Wir sind froh, dass wir hier gleich nachgefragt haben, und fahren deshalb wieder nach Norden an Longview vorbei zur Westauffahrt. Dort, gleich nach der Abfahrt von der Interstate #5, besuchen wir das offizielle Visitor Center des Mt. St. Helens Nat'l Volcanic Monuments. Hier wird uns nochmals bestätigt, dass die Straße hoch zum Johnson Ridge Observatory jetzt offen ist.

Wir sind schon den ganzen Tag im E-mail Kontakt mit Garry. Der regelmäßige Leser dieses Tagebuchs erinnert sich vielleicht noch an ihn: Er war von Florida nach Kalifornien mit dem Fahrrad unterwegs und im Süden von Texas trafen wir ihn in einem Stadtpark bei üblem eiskalten Wetter. Wir hatten ihn zuerst mal auf eine heiße Tasse Tee eingeladen und später, nachdem er sein Zelt aufgebaut hatte, kam er nochmals zu uns rein auf eine Flasche Rotwein und Spaghetti mit Hackfleischsauce. Er war ziemlich durchgefroren und wir freuten uns, helfen zu können. Wir blieben in Kontakt. Er wohnt in der Nähe von Portland und wir haben versprochen, uns zu melden, wenn wir in der Gegend sind. Er ist uns von Portland 2 Stunden in den Norden gefolgt und hat uns am Volcano-Visitor Center eingeholt. Ist ja so quasi nur um die Ecke. Wir haben uns alle sehr gefreut, uns nach mehreren Monaten gesund und munter wieder zu treffen. Wir fahren alle noch ca. 40 km bis zu unserem Stellplatz am Parkplatz des Sedimentation Retention Damms.

Dieser Damm soll die ganze Asche und das Geröll, was vom Vulkan an seinen Flanken verteilt wurde, zurückhalten, damit diese Ablagerungen nicht durch Regen und Schmelzwasser in die besiedelten Gebiete und tiefer liegenden Wälder gespült werden. Wenn man heute die Straße hochfährt und überall den frisch gewachsenen Wald sieht, der inzwischen viele Narben überdeckt, übersieht man welch tiefgreifende Auswirkungen der Ausbruch damals auf die Umgebung hatte. Das können wir, sobald wir die 80 km zum Vulkan hochgefahren sind, dann in Ruhe beobachten.

Garry hat den Hund einer Freundin dabei und bevor wir uns zu einem Gläschen Wein zusammensetzen, machen wir noch einen ausgiebigen Spaziergang auf den nahegelegenen Damm. Garry ist bis heute noch nicht hier oben gewesen, obwohl er ja gar nicht so weit wohnt.

Trotz des Nieselwetters kann man oben vom Damm aus leicht erahnen, welche enormen Massen an Material hier aufgehalten werden, die sonst in tiefere Gebiete geschwemmt werden würden.

Nach der Rückkehr vom Spaziergang ist der Hund müde und hat sich im Auto schlafen gelegt, und wir haben mehrere Stunden mit Garry über seine und unsere Reise gequatscht, ein wenig Politik und ein bisschen aus aller Welt. Irgendwann muss er natürlich wieder los, auch der Hund will nach Hause und Garry hat ja noch mindestens 2 Stunden Fahrzeit vor sich.

Wir haben uns wirklich sehr gefreut über das erneute Treffen und bleiben weiterhin in Kontakt. Wir sind uns sicher, uns irgendwo auf unseren Reisen erneut über den Weg zu laufen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Parkplatz Sedimentation Retention Dam, Mt. St. Helens, GPS: 46.363902, -122.559381, sehr schöner großer Platz auf dem Weg zum Mt. St. Helens, sehr ruhig, sehr empfehlenswert

 

 

Do. 16.05.19

 

Wir sind ja gespannt, ob heute der Tag noch aufhellen wird und wir eventuell doch noch hoch zum Aussichtspunkt am Mt. St. Helens fahren können. Aber schon beim Aufwachen beginnt es wieder zu tröpfeln und der Regen nimmt auch noch zu gegen Mittag, so dass uns die Entscheidung abgenommen wird und es eindeutig ein „Wir bleiben in der Mupfel“-Tag wird. Da wir immer noch zwei Wochen mit Schreiben in Verzug sind, kommt so ein Regentag eigentlich genau richtig. Strom haben wir ja jetzt auch wieder, der Kühlschrank ist voll, also eine Kanne Tee gekocht und ran ans Hackbrett.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Parkplatz Sedimentation Retention Dam, Mt. St. Helens, GPS: 46.363902, -122.559381, sehr schöner großer Platz auf dem Weg zum Mt. St. Helens, sehr ruhig, sehr empfehlenswert

Hier wieder die Kartenübersicht der 45. und 46. Woche mit den gewählten Stellplätzen:

USA_2019_Mai_1

 

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