Do. 16.01.20

Schön ist es heute. Nach dem Frühstück geht’s auch gleich raus in die Sonne.

Seit wir unterwegs sind sammelt sich immer mehr Dreck im Tankunterbodenschutz und bildet eine harte Platte. Damit künftig Wasser und Dreck abfließen können, bohre ich heute mehrere 12er-Löcher ins Alu. Hatte ich immer schon vor, aber immer wieder vergessen.

Jason und Kara kommen, bevor Sie den Platz verlassen, auch noch vorbei. Jason interessiert sich für unser Fahrzeug und ich mich für seine technische Umsetzung. Es ist ein Design, das wir so noch nicht gesehen haben. Die Beiden haben keine Fenster in ihrem Fahrzeug, aus diversen Gründen, dafür aber 8 Außenkameras, über die sie alles um ihr Auto herum von innen beobachten können. Des weiteren ist alles auf Strom ausgelegt. Um diesen hohen Strombedarf zu decken, hat Jason eine 900A Lithium-Zellen Anlage. Seine Eigenkonstruktion der Solaranlage wird im Stand auf fast die doppelte Fläche hydraulisch ausgefahren. Das Wassersystem besteht aus einzelnen 50l-Edelstahlbehältern, die mit Luftdruck aufgepresst werden und somit keine Wasserpumpe benötigt wird. Durch drei verschiedene Möglichkeiten Luftdruck zu erzeugen ist hier eine höhere Redundanz gewährleistet. Spannend, aber definitiv nicht unser Ding. (www.everlanders.com)

Gegen Nachmittag ziehen dunkle Wolken auf. Wir raffen uns kurzfristig auf, ebenfalls den 2,5km Rundweg durch die zerklüftete Felsenlandschaft in Angriff zu nehmen, wie unsere Nachbarn schon vor einer Stunde.

Dieser Nationalpark ist wunderschön und wir genießen die unterschiedlichen Aussichten auf unserem Spaziergang. Neben den hoch aufragenden Felsen entdecken wir Wildbienenbauten, Tillandsien, Felswände voll mit Agaven-Jungpflanzen, und die ersten Frühlingsboten zwischen trockenem Gras und alten Kakteenstöcken.

Gegen Ende der Tour und von unserem Standort quasi um die Ecke kommen wir zur großen Murmel. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es fehlt nicht viel und sie rollt vom Sockel.

Im Folgenden ein Link zu einem Youtube-Video, das Fabian (liveandgive4x4) mit seiner Drohne gedreht hat und wir auch schön zu sehen sind. https://www.youtube.com/watch?v=4l15AEEuftM

Herzlichen Dank Fabian, dass wir den Link nutzen dürfen.

Nach der Tour sitzen wir noch draußen mit Isabela und Fabian bis es dunkel wird, bevor wir uns ins Warme zurückziehen. Abends merkt man halt doch die 2300 Höhenmeter.

Marion kocht die zweite Hälfte unseres geschenkten Lachses aus Vancouver mit Sahnesauce. Während des Essens schauen wir uns einen Film an und bleiben gleich gemütlich sitzen. Mal wieder ein Abend in trauter Zweisamkeit.

Übernachtungsplatz:

Freistehen im Parque Nacional Sierra de Organos, GPS: 23.787077, -103.806922, super toller Platz, Eintritt incl. Camping 50Pesos/Pers, sehr ruhig, tolle Wanderwege, kein Telcel-Empfang, Wifi am Tor, sehr empfehlenswert

 

 

 

 

 

 

Fr. 17.01.20

Heute Morgen ist es zunächst etwas trübe.

Wir quasseln bis zum Mittagssnack mit den Nachbarn über alle möglichen Projekte in der Zukunft. Die Beiden sind ca. 15 Jahre jünger und haben daher noch andere Pläne wie wir.

Gegen 14:30 Uhr brechen wir zu unserer heutigen Wanderung im Nationalpark auf. Eigentlich wollten wir eine neue Route ausprobieren, aber auf dem Hinweg haben wir Isabela und Fabian getroffen und erfahren, dass diese Runde nur durch mit Busch bewachsene Ebenen geht. Deshalb gehen wir mit den Beiden zurück und spazieren gemeinsam mit den Hunden und Fabian nochmal einen Teil der gestrigen Route durch die Felsen.

Leider bedecken die Wolken weiterhin den Himmel und als wir zurück sind, beginnt es leicht zu tröpfeln.

Ich muss noch unsere tollen Tage in Durango-City fertig dokumentieren und bin damit bis nach dem Abendessen beschäftigt.

Den Abend verbringen wir bis um Mitternacht bei den Nachbarn bei mehreren Runden Hornochsen-Kartenspiel, Rotwein und Brandy.

Übernachtungsplatz:

Freistehen im Parque Nacional Sierra de Organos, GPS: 23.787077, -103.806922, super toller Platz, Eintritt incl. Camping 50Pesos/Pers, sehr ruhig, tolle Wanderwege, kein Telcel-Empfang, Wifi am Tor, sehr empfehlenswert

 

 

 

 

 

 

Sa. 18.01.20

 

Eigentlich ist heute die Abfahrt Richtung Zacatecas geplant. Das Wetter ist wieder sonnig und strahlend blauer Himmel. Marion wünscht sich beim Frühstück, noch einen Tag zu bleiben, da Sie nicht im Samstagstrubel in die Stadt fahren will, auch wenn wir erst abends ankommen würden.

Nach dem Frühstück bekommen wir Besuch. Von einem Stellplatz in der Nähe kommt das Schweizer Pärchen Eva und Thomas aus Basel (www.travelmood.ch) vorbei und im Gespräch stellen wir fest, dass wir die nächsten Tage eine ähnliche Route haben. Wahrscheinlich werden wir uns also noch öfters treffen.

Wir fahren heute also noch nicht. Da jedoch unsere Batterien auf unter 25% Strom sind und die Sonne alleine nicht ausreicht, sie ausreichend voll zu laden, muss ich den Generator auspacken und ein paar Stunden Krach machen, um die Batterien wenigstens wieder auf 80% hochzuladen. Währenddessen setzt Marion einen Hefezopfteig an und ich versuche Fabian ein paar Geheimnisse seiner Elektroverkabelung rund um den Charger zu lüften. Leider hat er keinen Schaltplan dabei und es ist nicht einfach unten im Schrank etwas zu erkennen bzw. nachzuvollziehen.

Inzwischen ziehen schon wieder dunkle Wolken auf weswegen wir uns auf den Weg machen für die heutige Wanderung, bevor es noch zu regnen anfängt.

Die heutige Tour führt nach einem anfänglich ebenen Stück steil nach oben in die Berge. Als wir oben den Passeinschnitt erreichen, machen wir Rast und genießen den Blick rundherum und in Richtung unseres Stellplatzes.

Eva und Thomas haben uns unterwegs überholt und sind inzwischen vom Passeinschnitt schon auf der anderen Seite weitermarschiert. Marion hält die Stellung, während ich den Beiden auf dem Pfad nach unten folge. Irgendwann geht der Pfad flach um den Berg herum und von dort aus wieder steil nach oben. Dort oben befindet sich dann auch der etwas versteckt liegende enge Einstieg in eine Höhle, die man durchwandern/kriechen kann. Es wird aber davon abgeraten, dies ohne einen Guide und ausreichend Lampenlicht zu tun. Ich rufe von unten zu Thomas hoch, ob es sich lohnt zu den Beiden hochzusteigen. Thomas meint, dass ich von meinem Standort denselben Ausblick hätte wie von oben, bei ihm, und dass sie jetzt auch wieder absteigen. Ich drehe wieder um. Wieder bei Marion, kommen kurze Zeit später Eva und Thomas. Gemeinsam wandern wir ins Tal hinunter, tratschen noch etwas, bevor wir dann zurück zum Moppel gehen und Marion den Hefezopf in den Ofen schiebt.

Gegen Abend kommen Isabela und Fabian vorbei. Wir lernen ein neues Würfelspiel und spielen nochmal Hornochsen bis alle müde sind und sich in die Betten zurückziehen.

Übernachtungsplatz:

Freistehen im Parque Nacional Sierra de Organos, GPS: 23.787077, -103.806922, super toller Platz, Eintritt incl. Camping 50Pesos/Pers, sehr ruhig, tolle Wanderwege, kein Telcel-Empfang, Wifi am Tor, sehr empfehlenswert

 

 

 

 

 

 

 

So. 19.01.20

 

Gerade als wir beim Frühstücken sind kommt Thomas vorbei, um sich zu verabschieden und kurz abzustimmen, wo die nächsten evtl. Treffpunkte sein könnten. Es ist noch recht früh. Bei uns dauert es noch eine Weile bis wir abfahrbereit sind. Isabela und Fabian werden mindestens noch einen Tag bleiben und machen in der Morgensonne mit ihren Hunden und Musik etwas Gymnastik. Fabian hat immer noch massive Probleme mit seinem Hexenschuss und muss sich eigentlich immer in Bewegung halten.

Wir verabschieden uns, zahlen vorne am Tor die noch ausstehenden 300 Peso für die zusätzlichen drei Nächte und fragen gleich noch nach Trinkwasser. Gibt es. Wir müssen ums Haus fahren, wo der Ranger ein langes Kunststoffrohr an einen Hahn anschließt und ich versuche, über die Außenbetankungsanschlüsse das Wasser einzufüllen. Der Druck ist allerdings zu hoch, so dass ich gleich mal durchnässt bin und auch nichts durch das eigentlich ausreichend dicke Einfüllrohr fließt. Vermutlich ist der Stutzen am Tank der Engpass. Wir stoppen die Aktion und befüllen wieder durchs Fenster direkt in die offenen Wartungsluken der Tanks unter dem Bett. Wegen des hohen Drucks ist die Aktion in 15-20min erledigt. Jetzt sind unsere fast leeren Tanks wieder randvoll und wir können in die nächste Stadt aufbrechen.

Als wir aus dem Nationalpark fahren, um zwei Berge herum, sehen wir nicht weit vom Straßenrand mindestens 10 Geier auf einem verendeten Rind auf der Koppel sitzen. Aufgeschreckt durch unseren Dicken fliegen sie leider alle bis auf einen davon. Echt schade, das wäre ein klassisches Bild geworden, wie man es in Mexiko erwartet.

Ein Stückchen weiter haben wir ausreichend Internet-connect, dass es für eine Whatsapp-Video-Session mit Deutschland reicht. Also auf einen Feldweg rausgefahren und zu Hause bei den Eltern und anschließend bei den Jungs angerufen. Nach einer Stunde sind wir dann wieder auf der Straße zum Highway #45 Richtung Zacatecas, unserem heutigen Ziel in ca. 200km Entfernung.

Als Zwischenziel steht aber das nächste Pueblo Mágico Sombrerete an. Auch hier gibt es wieder alte Kirchen und Klöster aus dem 15. bzw. 16. Jhrd. Nach 20km sind wir dort und quälen uns im sonntäglichen Chaos durch die engen Gassen. Man merkt, dass Sonntag ist und alle, bis auf einige Ladenbesitzer und fahrende Händler, frei haben und im besten Sonntagszwirn durch die Straßen bummeln. Wir fahren das Städtchen rauf und runter bis wir ziemlich zentral gelegen einen schönen großen Parkplatz finden.

Zu Fuß schlendern wir durch das Städtchen, kaufen ein paar Tacos, eine Tüte Churros und besichtigen drei der alten barocken Kirchen. An den Süßigkeitenständen gibt es wieder rohes Zuckerrohr, Scheiben gekochtes süßes Agavenherz und kleine kandierte Äpfel. Orangen haben wir ausreichend an Bord, auch wenn es mich juckt, gleich noch einen Sack zu horten - zu wenig Platz. Auch für einen Hut und einen der schönen Ledergürtel besteht gerade kein Bedarf.

Jungs und ihre Fahrzeuge. Hier in Mexiko nicht anders wie sonst irgendwo. Diese Jungs stehen an der größten Kreuzung im Städtchen, damit jeder ihr tolles Gefährt bestaunen kann. Aber als wir kommen, sind sie ganz aus dem Häuschen und wollen gleich, dass wir bei ihnen einparken. Wir hätten ihnen gerne die Freude gemacht, aber es ist wirklich kein Platz für unseren Moppel.

Der 'Sheriff' repariert hier Stiefel und Schuhe, und wenn's gar nicht mehr anders geht, hilft bei Zahnschmerzen der Doc 'Jesus Maria'.

Nach zwei Stunden machen wir uns wieder auf den Weg, da Zacatecas noch gute 160km weit entfernt ist.

Auf dem Highway ist relativ wenig los und wir können zügig fahren. Um das eine oder andere Städtchen unterwegs wurde eine Umgehungsstraße gebaut, die allerdings kostenpflichtig ist. So eilig haben wir es nicht und fahren daher immer quer durch die Städtchen, was zum einen interessant zum Anschauen ist, auf der anderen Seite jedoch die sehr lästigen Topes in Unmengen zur Folge hat.

Zwischendurch regnet es immer mal wieder. Wir fahren dem schlechten Wetter hinterher und in einigen der Städtchen hat es kurz bevor wir durchkommen wohl wolkenbruchartige Niederschläge gehabt. Da der Boden nur versiegelt wurde und es keine Kanalisation gibt, stehen die meisten Straßen tief unter Wasser. Da wäre ein Aussteigen ohne Gummistiefel nicht ratsam.

30km vor Zacatecas sind wir schon wieder 1000km mit einem Tank gefahren und wir schauen schon immer nach den Dieselpreisen, die immer niedriger werden, je näher wir an die große Stadt kommen. Um kein Risiko einzugehen, tanken wir einen Tank wieder randvoll und sind somit wieder für mindestens 1050km auf der sicheren Seite.

Als wir in Zacatecas ankommen fahren wir direkt zum Soriana-Supermarkt und kaufen noch ein, bevor wir uns bei bereits hereinbrechender Nacht und drohenden schwarzen Gewitterwolken auf den Weg zum Cerro de la Bufa machen, einem hoch über der Stadt liegenden Aussichtspunkt.

Über uns ziehen die Blitze leuchtende Spuren in den Himmel und der fast augenblicklich nachfolgende Donner zeigt, dass wir mitten drin sind. Als wir oben auf dem Parkplatz in knapp 2600m Höhe ankommen, regnet es schon stark. Die Schweizer Eva und Thomas winken uns aus dem Fenster zu. Wir parken so ein, dass das Wasser gut vom Dach ablaufen kann, wir aber trotzdem einigermaßen gerade stehen. Ich rede noch kurz mit den Beiden, aber wegen dem Sauwetter machen wir nichts mehr aus, sondern verabreden uns für Morgen früh nach dem Frühstück.

Das Gewitter tobt noch die halbe Nacht, bevor es an Stärke verliert.

Übernachtungsplatz:

Freistehen Cerro de la Bufa, Zacatecas, GPS: 22.778189, -102.563975, großer Parkplatz, gegen Abend ausreichend Platz zum Einparken, tagsüber recht voll, relativ ruhig bis auf ein paar wilde Hunde. Zur Sicherheit ist die Beleuchtung die ganze Nacht an; ein lokaler Polizist sitzt vorne am Rand des Parkplatz in seiner kleinen Station. Super Aussicht auf die Stadt, voller Telcel-Empfang, sehr empfehlenswert.

 

 

 

 

 

Mo. 20.01.20

Der Parkplatz liegt auf 2600m und entsprechend heftig windet es während des Gewitters. Die halbe Nacht regnet es, bevor die Wolken endlich weitergezogen sind.

Heute Morgen ist es recht frisch und nasskalt, so dass wir uns für warme Klamotten für unseren Stadtausflug entscheiden. Thomas und Eva waren gestern in der Stadt unterwegs und wollen heute gleich weiter nach Aguacalientes fahren. Wir ratschen noch eine Weile vor unseren fahrbaren Untersätzen, tauschen die Kontaktdaten aus und sind uns sicher, dass wir uns noch öfters treffen werden, da ja fast die gleiche geplante Route. Wir bleiben über Whatsapp in Kontakt.

Hier oben am Aussichtspunkt gibt es auch eine Zipline, die auch heute, bei nicht so tollem Wetter, geöffnet hat. Vereinzelt wird das Angebot genutzt und die Mutprobe wird auf vielen Bildern bzw. Video als Andenken festgehalten.

Von der Aussichtsplattform hat man einen tollen Blick über die Stadt. Mit der Seilbahn kann man hinunter in die Stadt bzw. zur ehemaligen Mine fahren. Wir machen den 30min Fußmarsch den Berg hinunter bis zur Kathedrale.

Oben am Aussichtspunkt befinden sich Bronzestatuen von Pancho Villa und anderen in Mexiko bekannten Generälen. Ihnen gegenüber steht eine kleine Kirche, die wir noch besichtigen bevor es nach unten geht.

Auf dem Weg hinunter haben wir schöne Aussicht auf die unter uns liegende Stadt.

Unten angekommen besichtigen wir gleich die große Kathedrale, in der wir allerdings mehr barocken Prunk erwartet haben. Der Altarbereich ist eher modern gestaltet und auch sonst ist die Kirche eher spartanisch ausgestattet.

Während Marion noch die Steinmetzarbeiten an der Außenfassade betrachtet, riskiere ich im benachbarten Ministerium für ich-weiß-nicht-mehr-was einen Blick in den Innenhof und auf das Gemälde auf der gegenüberliegenden Treppe hoch in den ersten Stock. Vom großen zentralen Platz direkt davor hat man einen schönen Blick hoch zur Bergstation, hinter der sich unser Moppel auf dem Parkplatz befindet.

Von der Kathedrale aus spazieren wir nach Westen durch den Stadtkern und tauchen voll ein in den Montagstrubel.

Nach einer viertel Stunde gelangen wir zu einem kleinen Platz, wo wir eine traumhafte Bäckerei finden und in einer Birriería eine leckere Rindfleischsuppe (Birría) bekommen. Ich/P verzichte auf die obligatorischen zwei Esslöffel gehackte Zwiebeln + Koriander, im Gegensatz zu Marion.

Wir besuchen die Markthalle: Frischkäse vom Bauernstand, klein gewürfelte Kaktusohren für den Salat, Honig, die Tortilla-Maschine läuft auf Hochtouren. In diesen Gassen und Hallen sprüht das Leben und man entdeckt, riecht und schmeckt immer wieder Neues.

Von hier aus machen wir uns auf quer durch die Stadt auf einen 1,3km Marsch bis zum Museo Rafael Coronel.

Zacatecas ist eine Uni-Stadt und viele der unterschiedlichen Bereiche sind in schönen alten Gebäuden untergebracht. Auf der Suche nach einer öffentlichen Toilette kommen wir zufällig an einem zum Naturwissenschaftlichen Bereich gehörenden Gebäude vorbei. Hier ist auch ein kleines Museum untergebracht. Nett gemacht, interessant, kostet keinen Eintritt und hat auch das gesuchte Örtchen. Die Ausstellung ist im Erdgeschoss in Glasschaukästen untergebracht. Schön aufbereitet. Viele Modelle alter Erfindungen mit detaillierten Beschreibungen: Was-Wann-Wer hat's erfunden.

Auf dem weiteren Weg durch die Altstadt entdecken wir weitere viele schöne Gebäude, Kirchen, Brunnen und in einem Bücherantiquariat coole T-Shirts. Hier erstehen wir für Marion ein 'Schrödingers-Katze'-Shirt. Gab's leider nur in Größe L - schade.

Das Museo Rafael Coronel ist in einem alten ehemaligen Kloster (Ex Convento de San Francisco) untergebracht. In einem Teil des Museums, in alten Ruinen, befindet sich eine Indien-Austellung, und draußen, auf den freien Rasenstücken stehen einige schöne Plastiken. Das Gelände rund um das Gebäude bzw. die Ruinen ist sehr schön angelegt mit verwinkelten bewachsenen Pfaden durch das alte Gemäuer.

Der Großteil des Museums ist im hinteren, in drei Bereiche aufgeteilten Gebäudeteil untergebracht. Hier befindet sich eine gigantische Maskensammlung, aus allen Teilen der Welt. Die schiere Masse ist schon beeindruckend, aber auch die Vielfalt erschlägt uns beinahe.

Nach der Maskensammlung geht es durch einen Gang mit Glasvitrinen, in denen Tongegenstände der unterschiedlichen indigenen Bevölkerung aus Mexiko ausgestellt sind. Danach Räume voll mit Puppentheatern. Der letzte Bereich widmet sich Tonkunst und Holzschnitzerei mit weltweitem Blickwinkel.

Der Wahnsinn, was es alles gibt, und wie viel allein hier angesammelt wurde. Um alles zu würdigen und genauer zu betrachten müsste man den Besuch dieses Museums auf mehrere Tage verteilen und jeweils nicht mehr als 2 Stunden dort verweilen. Einfach zu viele Details.

Nach so viel Kunst und Historie brauchen wir etwas Abwechslung. Es ist noch zu früh, um wieder auf den Berg hochzufahren, daher nehmen wir ein Taxi, das uns auf die andere Seite der Stadt bringt, zur Kirche Iglesia de la Fátima. Die Kirche ist geschlossen, leider, und öffnet erst wieder in ca. 1,5 Stunden. So lange wollen wir nicht warten. Erst 1959 eingeweiht, ist diese Kirche recht neu. Die Fenster sind bunt verglast und wir hätten sie gerne von innen gegen die Sonne gesehen.

Es geht wieder zurück Richtung Stadtkern. Wir queren einen nett angelegten Park und durchschreiten das große Aquädukt.

Vom Aquädukt kommen wir wieder ins Marktviertel, bummeln noch einmal durch das Getümmel und berauschen uns an den Farben und Gerüchen. Hier bekommt man alles, wenn man es findet. Im Markt schauen wir uns nur die Essenstände an. So eine Vielfalt.

Zurück am kleinen zentralen Platz gehen wir nochmal in die Bäckerei und die Birrierá und decken uns mit Leckereien ein. Am Obstladen gibt’s noch ein Kilo zuckersüße, vollreife Golden Mango. Jetzt aber los, sonst kaufen wir noch mehr ein. Mit dem nächsten Taxi lassen wir uns für 60 Pesos (3€) hoch auf den Berg zu unserem Moppel fahren.

Wir sind noch keine halbe Stunde zu Hause kommen Isabela und Fabian angefahren und parken neben uns ein. Nach der Begrüßung gehen wir nochmal vor bis zur Aussichtsplattform, damit die beiden Hunde nach der langen Fahrt ihren Auslauf bekommen. Wir genießen den Sonnenuntergang über der Stadt, wie viele andere auch, die extra dafür hochgefahren sind.

Zum Abendessen gibt es leckere Rindfleischsuppe mit frischen knusprigen Weckle.

Gegen später gehen wir rüber zu den Nachbarn zum Kartenspielen. Mit reichlich Tequila wird es ein lustiger Abend.

Übernachtungsplatz:

Freistehen Cerro de la Bufa, Zacatecas, GPS: 22.778189, -102.563975, großer Parkplatz, gegen Abend ausreichend Platz zum Einparken, tagsüber recht voll, relativ ruhig bis auf ein paar wilde Hunde. Zur Sicherheit ist die Beleuchtung die ganze Nacht an; ein lokaler Polizist sitzt vorne am Rand des Parkplatz in seiner kleinen Station. Super Aussicht auf die Stadt, voller Telcel-Empfang, sehr empfehlenswert.

 

 

 

 

 

Di. 21.01.20

Reichlich Tequila gab's gestern Abend bei den Nachbarn. Verständlicherweise kommen heute Morgen alle etwas langsamer in die Gänge. Zum Frühstück gibt es darum viele Vitamine in Form von leckeren süßen Mangos und Ananas.

Eigentlich wollten wir heute mit der Seilbahn hinunter in die Stadt fahren. Aber der Preis von inzwischen 100 Pesos pro Person ist uns zu teuer. Bei 4 Personen läppert sich das. Also zurück zum Parkplatz und ein Taxi bestiegen. Dieses bringt uns alle zusammen für 80 anstatt 400 Pesos in die Stadt zum gewünschten Punkt.

Marion und ich wollen gleich als erstes das Museo Pedro Coronel besichtigen (Gemälde und moderne Kunst). Es befindet sich direkt neben der Kirche Parroquia de Santo Domingo. Bevor Isabela und Fabian Richtung große Kathedrale losziehen besuchen wir gemeinsam die Kirche.

Nicht der Hauptaltar ist die Attraktion, sondern die prunkvollen Nebenaltäre in den beiden Seitengängen. Die Dame, die die Utensilien der letzten Messe in der Sakristei verstaut, lädt uns Touristen spontan ein, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Hier lagern die Monstranzen, die Messgewänder und der hölzerne Tabernakel mit dem Kelch voll Hostien.

Nach diesem 'besonderen' Kirchenbesuch trennen wir uns. Wir gehen direkt ins benachbarte Museum, während Fabian draußen vor der Kirche seine Drohne startklar macht, um über der Innenstadt noch eine Runde zu fliegen. Später erfahren wir, dass die Drohne defekt ist und der Flug ausgefallen ist.

Das Museo Pedro Coronel ist bekannt durch die Meisterwerke des namensgebenden Künstlers und seiner wirklich sehr beeindruckenden Gemäldesammlung im 1. Stock.

Im selben Gebäude befindet sich eine alte Bibliothek – Biblioteca de Colecciones Especiales. Hier findet man sogar Werke aus der Zeit der Inquisition, wie den 'Hexenhammer'. Dieser wurde im Jahre 1699 auch ins Spanische übersetzt, also 212 Jahre nach seinem Erscheinen im Jahre 1487. Bis dahin gab es schon mehr als 30 Editionen in Latein. Eine wirklich sehr schöne alte und für Jedermann/frau zugängliche Sammlung.

Im ruhigen, sonnendurchfluteten Innenraum des Museumsgebäudes sind einige der vom namensgebenden Künstler erschaffenen Plastiken ausgestellt. Einige der Arbeiten erinnern mich an Werke, die meine Schwester erschaffen hat. Der angelegte kleine Park im Innenhof mit voll hängenden Orangenbäumen animiert zum spontanen Verweilen auf den zahlreichen Sitzbänken im umgebenden Säulengang. Einfach schöööön!

Aber eigentlich sind wir ja hauptsächlich wegen der Gemälde gekommen und so geht’s stracks in den ersten Stock hoch. WOW! Welche Überraschung! Die Gänge auf beiden Seiten sind voll mit Werken europäischer Künstler: Joan Mirò, Victor Vasarely, Pablo Picasso, Salvador Dalí, Marc Chagall, George Braque, Wassili Kandinsky, ein ganzer Saal Francisco de Goya (sehr düster), ... um nur einige zu nennen. Solch eine Fülle an Meisterwerken hätten wir in einem Staatsmuseum in Mexikostadt erwartet, aber nicht hier, in einer Provinzhauptstadt. Wirklich toll!

Hier eine kleine Auswahl, auch wenn das Licht in den Gängen nicht optimal zum Betrachten wie auch zum Fotografieren gewesen ist.

So viel Kunst macht hungrig. Wir wandern wieder an der Kathedrale vorbei in den belebten Downtownbereich wo wir gestern schon unterwegs waren. Wir stimmen uns mit Isabela und Fabian über Google ab und treffen uns in der Nähe des Marktgebäudes. In diesem waren wir auch gestern schon und wollten es den Beiden heute zeigen. Am Churizo-Stand erstehen wir 100 kleine Wurstkugeln für 90 Pesos (4,50€) und teilen diese gleich zu je 50 Stück zwischen uns auf. Die Würstchen kann man kochen, mit Eiern und Kartoffeln anbraten oder einfach so zum Abendessen verspeisen. Sie halten sich bis zu vier Wochen, ohne Kühlung.

Vom Marktgebäude aus führen wir die Beiden noch zu der unbeschreiblichen Bäckerei. Hmmm. Die muss man gesehen und gerochen haben. Danach gleich weiter zur benachbarten Birriería, wo es gleich noch zu einer Verkostung der Rindfleischsuppe (Birría) kommt. Ist so 'ne Art gut gewürzte Gulaschsuppe. Ich/P probiere heute mal die Variante: Großes knuspriges Baguettebrötchen gefüllt mit dem saftigen Rindfleisch, wobei der Koch noch einen kleinen Schluck der Suppe dazugibt. Dies wird nochmal kurz auf der Herdplatte erhitzt und dann in Alufolie gewickelt. So kann man die Leckerei genießen, ohne sich einzusauen (wie zu Hause: Yufka vom Dönerstand).

Nach dem Mittagessen bummeln wir noch etwas mit den Beiden durch die belebten Straßen. Nach einer Weile trennen wir uns wieder. Ein Taxi kutschiert uns für 40 Pesos (2€) quer durch die Stadt zur Mine El Eden.

Die Stadt Zacatecas ist durch den Silberabbau reich und groß geworden und auch heute noch wird aktiv das Metall abgebaut. Die Mine El Eden ist inzwischen stillgelegt. Für 100 Pesos/Pers kann man die ehemaligen Stollen besichtigen.

Mit einer kleinen Bahn fährt man die ersten paar hundert Meter in den Berg hinein. Außer den Stollen und Bergwerkutensilien, gibt es hier unten eine doch recht beachtliche Mineraliensammlung. Wir haben schon einige in den vergangenen Jahren gesehen und diese Sammlung gehört sicher zu den Schöneren. Schön anzusehen in den Glasvitrinen, aber schlecht zu fotografieren.

Ab jetzt geht es zu Fuß quer durch den Berg, vorbei an nachgebildeten Arbeitsszenen durch alle Epochen. Von den Indios, die als Sklaven für die Spanischen Eroberer unter Tage bis zum Tode schuften mussten ( täglich starben im Schnitt bis zu 3 Menschen), bis hin zum technisch unterstützten Abbau mit Pressluft und Dynamit.

Die Führung ist vollständig in Spanisch und daher nicht so spannend. Anhand der Artefakte und Hinweisen von Marion, die einen gut Teil des Vortrags versteht, kann ich mir den Rest zusammenreimen. Um es kurz zu machen: Für 5€ Eintritt kann man die Führung durchaus machen, muss aber nicht. Die Mineraliensammlung ist OK. (Aber wir sind verwöhnt, denn wir haben schon einige andere Bergwerke besichtigt.)

Nach gut einer Stunde sind wir am anderen Ende wieder am Tageslicht.

Der östliche Ausgang befindet sich direkt an der Talstation der Telefèrica (Seilbahn), aber die ist uns immer noch zu teuer. Daher marschieren wir den Berg hinunter bis wir auf belebtere Straßen kommen und stoppen ein Taxi. Für 60 Pesos bringt er uns den weiten Weg bis hinauf auf den Parkplatz auf dem Cerro de la Bufa, wo unser Moppel auf uns wartet. Eine Taxifahrt ist immer spannend. Ein Großteil dieser Stadt liegt an steilen Hängen der umgebenden Berge, gebaut kreuz und quer, wild übereinander, als gäbe es keine Bauaufsicht. Die Straßen sind entsprechend eng und sehr steil, die Häuser organisch zusammengewachsen. Die Fahrt mit dem Taxi durch diese Favela-ähnlichen Siedlungen ist alleine schon den Taxipreis wert.

Oben angekommen packen wir schnell zusammen und machen uns noch auf den Weg nach Süden zu unserem heute angestrebten Zielort. Laut iOverlander gibt es einen Stellplatz unterhalb der historischen Aztekenpyramide La Quemeda an einem kleinen Stausee. Die Entfernung beträgt nur 57km und wird nur kurz durch eine Fahrzeugkontrolle unterbrochen, an der uns die kontrollierenden Polizisten nach einem freundlichen Buenas Tardes durchwinken.

Die letzten 4,5km von der Hauptstraße hinunter zum Stausee führen auf einer ausgewaschenen Offroadstrecke durch mit 3-4m hohen Kakteenstauden dicht bewachsenes Farmgelände.

Am Ende werden wir mit einem tollen Stellplatz am See mit freier Sicht rundherum inkl. historischer Ruine belohnt. Auf Grund der Anzahl an Rindviechern auf dem Gelände muss man etwas auf die braunen Tretminen aufpassen.

Wir genießen noch die Spätnachmittagssonne, nachdem Marion mir die Haare gestutzt hat.

Übernachtungsplatz:

Freistehen unterhalb historischer Stätte La Quemada, GPS: 22.456291, -102.809334, sehr holprige Anfahrt durch Farmland voll mit Kakteen, sehr ruhig, toller Stellplatz am kleinen Stausee, der eine Viehtränke und nicht zum Schwimmen geeignet ist, Blick hoch zur historischen Stätte, kein Telcel-Empfang, trotz schwieriger Anfahrt sehr empfehlenswert

Hier wieder die Kartenübersicht der 79. und 80. Woche mit den gewählten Stellplätzen:

Mex_2020_Jan_2

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