Sri Lanka - die Gewürzinsel im indischen Ozean

 

Auf Sri Lanka findet man Faszinierendes auf engstem Raum wo man woanders quer durch ganze Länder reisen muss. Man taucht ein in eine Landschaft von unbändiger Vegetation, bewegt sich durch die Relikte alter Kulturen, hat die Auswahl von neun Lokationen geadelt als Weltkulturerbe, ist umgeben von freundlichen Menschen geprägt durch gelebte Religionen vom Buddhismus über Hinduismus zum Islam findet man alles auf engstem Raum, wilde Tiere in Nationalparks und manchmal auch ausserhalb, goldgelbe Strände umspült von 28°Grad warmen Wellen des indischen Ozeans, Edelsteinminen, Teeplantagen welche ganze Berge überziehen und Übernachtungsmöglichkeiten vom einfachen Heim inmitten der freien Natur bis zum 5-Sterne-Hotel in Nuwara Eliya am Lake Gregory.

All dies haben wir in dreieinhalb Wochen erkunden und erfahren dürfen.

Mal wieder hat der Zufall das Ziel unserer Urlaubsreise bestimmt. Edelweiss-Air hat auf Groupon Promotionflüge zum unschlagbaren Preis von 450 Euro von Zürich nach Colombo hin und zurück, angeboten. Da galt es sich schnell zu entscheiden bevor das Angebot wieder beendet ist. Götz und Helga waren auch gleich Feuer und Flamme. Die Herausforderung war nun aus einem ein- bis zweiwöchigen Promotionsflug eine Reise für 3,5 Wochen zu bauen. Also per email und auch telefonisch mit Edelweiss Air Kontakt aufgenommen und welch Überraschung, ohne Probleme waren die Flüge in der gewünschten Länge buchbar und schriftlich bestätigt. Das Thema Selbstfahren mit Mietauto haben wir schnell ad acta gelegt, da davon in allen Reiseführern und auch im Internet abgeraten wurde. Über Stefan Loose Updates haben wir dann verschiedene Anbieter für ausreichend grosse Fahrzeuge (4 Personen incl. Gepäck incl. Fahrer/Guide) angeschrieben und über Wochen hinweg auf der Basis unzähliger emails kristallisierte sich der finale Kontakt zu einem sehr günstigen Preis heraus. Die grobe Reiseroute und auch die Eckdaten (unbegrenzte Kilometer, selbst organisierte Unterkünfte, Lokationen ausserhalb der üblichen Touristenpfade usw.) wurden abgestimmt und auf Anfrage mehrfach schriftlich bestätigt. Dies ist extrem wichtig, da vor Ort doch noch zu Beginn die eine oder andere Diskussion aufkam.

In grossen Schritten kam der Tag der Abreise näher und unsere Reise zur Südspitze des indischen Subkontinent konnte beginnen.

 

20.02.12 Tag 1: Wie es sich für einen Februar in Europa gehört sind wir noch warm angezogen in Zürich gestartet und über Nacht, mit einem kurzen Zwischenstopp in Male auf den Malediven, weiter nach Colombo geflogen. Der Service und die Ausstattung in dem neuen Flieger der Airline waren einfach top.

 

21.02.12 Tag 2: Auf dem Flughafen wurden wir schon von unseren 2 Begleitern empfangen, Gepäck an der Ausgabe abgeholt, noch schnell 2 lokale SIM-Karten gekauft und schon konnte es im klimatisierten, ausreichend gross dimensionierten Van losgehen. Kaum daß wir gestartet sind durfte auch der Tigger endlich aus seinem Versteck. Der Flughafen liegt im Norden von Colombo und unsere erstes Übernachtungsziel liegt südlich an der Westküste. Wir haben Colombo grosszügig umfahren, da der Tag schon fortgeschritten war und die lange Flugreise nicht ganz ohne Spuren geblieben ist. Kurz nach Colombo gab es schon den ersten Stop, bei welchen wir von der Tante unseres Fahrers mit Golden Coconuts, welche einen noch aromatischeren Geschmack haben als die bekannten grünschaligen Varianten, überrascht wurden.

Auf der weiteren Fahrt wurden wir von den ersten Eindrücken des Landes gefesselt. Unterschiedlichste Tempel mit ihren riesigen Bodhi-Bäumen (Ficus religiosa), die ersten Affen auf den Bäumen und interessante Gebäude wechselten sich ab. Auch der schon öfters gelesene Hinweis auf Reispackungen, welche einen auffordern den Reis vor dem Kochen gründlich zu waschen, haben wir nun auch endlich begriffen cool.

Es dauerte nicht lange, da baten wir die Begleiter um einen Stop an einem der zahlreichen Gemüsemärkte. Hier konnten wir schon die Vielfalt an Feldfrüchten bewundern, welche wir während der ganzen Reise kulinarisch variantenreich als Curries (Eintöpfe) angerichtet, genossen haben. Erste Obsteinkäufe wurden bei den angenehm offenen und freundlichen Marktfrauen getätigt, da es bei unseren Reisen Tradition ist, zum Ausklang des Tages exotische Früchte zu probieren. Hier zeigte sich schon der entscheidende Vorteil von einem einheimischen Begleiter, er kennt die Sprache, die Besonderheiten des Landes und kann einem in allen Lebenslagen die richtigen Tipps für das richtige Verhalten im fremden Land mitteilen.

Irgendwann spätnachmittags sind wir dann auch beim Long Beach Cottage angekommen, bei welcher wir sehr freundlich von Hanni und ihrem Mann empfangen wurden. Wir bezogen unsere einfachen Zimmer im ersten Stock, wurden kurz in die überschaubare Lokalität eingewiesen und konnten endlich in die warmen Fluten des Indischen Ozeans eintauchen. Dieses Wohlgefühl nach der langen Anreise kann man mit Worten nicht beschreiben. Der Strand ist, soweit das Auge, reicht menschenleer und mit Palmen gesäumt. Punkt halb sieben drehte jemand den großen Lichtschalter um und es wurde stockfinster. Da merkte man schon, daß man sich sehr nah am Äquator befindet und das Wort Lichtverschmutzung nicht bekannt ist. Zum Abendessen gab es klassisch einheimische Gemüse-Curries (bei uns würde man scharf gewürzte Gemüseeintöpfe sagen) mit Reis serviert. Es gibt immer 4-5 verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Gewürzen verfeinert. Da unsere Gastgeber keine Schanklizenz haben, gibt es das kühle Bier immer nur tassenweise. Man bestellte also kein weiteres Bier sondern noch mal einen "Spiderman" (siehe Tasse).

 

22.02.12 Tag 3: Nach einem verdienten Tiefschlaf unterm Moskitonetz und einem erfrischendem Bad im warmen Ozean gab es Frühstück mit Akrobatikeinlage. Sowohl der Nachbar, welcher aus Sicherheitsgründen reife Kokosnüsse erntete, als auch die indischen Palmenhörnchen (Funambulus palmarum) gaben sich alle Mühe mit ihren Auftritten. Man vergaß fast du essen vor lauter Staunen wie geschickt diese possierlichen Tierchen den Toast mit der Leine nach oben angelten.

Nach dem Frühstück wurden wir von unseren Begleitern abgeholt und die erste Exkursion in der näheren Umgebung konnte wie geplant starten. Das erste Ziel war der Kanda Viharaya Temple in Aluthgama. Der Tempel wurde 1734 gegründet und besitzt mit 48m Höhe die größte sitzende Buddha-Statue der Welt. Im darunter liegenden Gebäude, dem Sockel der Statue, sind die Lebensgeschichte Buddhas in farbenfrohen Bilder dargestellt. Auch ausserhalb finden wir unzählige Statuen welche sich durch ornamentenreiche Feinheiten in ihrer Bearbeitung auszeichnen.

Da in buddhistischen / hinduistischen Tempeln reichlich Obst und Blumen, vorallem Lotusblüten, geopfert werden, blüht in der Nähe der Tempel auch der lokale Handel auf. Auf die Vorbereitung der Opfergaben wird sehr viel Wert gelegt und es gibt im Tempelbereich überdachte Gebäude, welche nur zu diesem Zweck benutzt werden. Jede braune Stelle wird sorgfältig von den Früchten entfernt, bevor diese dann kunstvoll in geflochtenen Schalen zu den zahlreichen Altären getragen werden.

Zur nächsten Station fahren wir in Landesinnere und erreichen auf holperigen Wegen "Brief Garden". Das 2ha große Gartengelände wurde ab dem Jahre 1929 angelegt und zwar von dem Landschaftsarchitekten und Bildhauer Bevis Bawa. Der Besuch Besuch dieses Gartens ist ein Muss jeder Reise nach Sri Lanka. Man kann stundenlang auf Expedition gehen und findet immer wieder einen Nische in welcher eine tolle Blüte zum Vorschein kommt. Zum Entspannen und um den Sinnen eine Ruhe zu gönnen, bekommt man auf der Terasse mit tollem Blick über den Garten, Tee mit Gebäck serviert (ist im Eintritt enthalten).

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Die blaue Nadel zeigt unsere Basisstation Hanni's Long Beach Cottage , die gelbe Nadel den Kanda Viharaya Temple, grün ist die Position des Brief Garden und ganz im Norden von Colombo liegt der Flughafen (rote Nadel).

 

Als letzte Station des heutigen Ausfluges wollen wir am Kosgoda Beach noch eine Aufzucht- und Forschungsstation für Meeresschildkröten besuchen. Als wir zurück an der Küste waren und an den Fischerständen am Strassenrand vorbeifuhren, sahen wir daß eine größere Menschenansammlung am Strand beschäftigt war ein großes Netz einzuholen. Also spontan rechts rangefahren und mit der Kamera runter an den Strand. Wir haben erfahren, daß es immer einen gibt, welchem das Netz gehört und eine Anzahl von Mitarbeiter für diesen Besitzer arbeiten. Dies reicht aber nie aus, um das schwere gefüllte Netz zurück an Land zu holen, deshalb darf jeder mithelfen und bekommt dafür am Ende ein Teil der Beute. So haben alle etwas davon und der Lohn wird sofort ausbezahlt.

Nach diesem eindrucksvollen Spektakel, welches trotz viel Geschrei, von einem einzelnen lautstarken Fischer gesteuert ablief, sind wir weiter zur Aufzuchtstation für Meeresschildkröten. Der Weststrand von Sri Lanka ist bis in den Süden hinunter bekannt dafür, daß hier mehrere Schildkrötenarten an ihren Geburtstrand zum Ablegen ihrer Eier zurückkommen. Für die einheimische Bevölkerung sind die Eier eine günstige Nahrungsergänzung bzw. für einige Rupien kann der Finder die Eier auf dem Markt verkaufen. Um die Schildkrötenpopulation welche in den vergangenen Jahren stark rückgängig ist zu unterstützen, kaufen die Betreiber der Aufzuchts- und Forschungsstation die Eier auf, graben sie auf dem Gelände der Station wieder im Sand ein und lassen sie auf natürliche Weise ausbrüten. Finanziert wird das Projekt durch die Eintrittsgelder der Touristen, wie wir, bzw. man kann auch ein Candle-Night-Dinner buchen und darf zum Abschluss bei Mondschein einen Eimer frisch geschlüpfte Schildkrötenbabys am Strand in den indischen Ozean entlassen.

Fast so interessant wie die Babys war der Palmsaftsammler, welcher ohne Sicherung in schwindelnder Höhe nur über ein Seil von Palme zu Palme balanciert ist, um dort die Blütenstände anzuscheiden und damit den austretenden Saft aufzufangen. Der Saft wird in einer Destillerie abgeben, vergoren und zu Arrack, einem 34%igen Schnaps, gebrannt. Arrack schmeckt wie Rum und wird nicht so hochprozentig angeboten, was bei den hier herrschenden Temperaturen kein Fehler ist. Auf der Heimfahrt wollten wir solch eine Destillerie besichtigen, aber auch unser einheimischer Guide konnte den Pförtner nicht zu einem Einlaß in die Fabrik überreden. So blieb uns nur noch der nicht minder genußversprechende Halt am nächsten großen Fruchtstand, um was Leckeres für den Nachtisch einzukaufen. Die braunen Tontöpfe im Vordergrund des Markstandes sind übrigens mit dem in ganz Sri Lanka erhältlichen und bekannten Büffelmilch-Yoghurt gefüllt, welchen man mit Honig oder Palmsirup geniesst.

 

23.02.12 Tag 4: Hannis Mann Pinsiri fragte uns am Vorabend ob wir im Nachbarort Bentota frühmorgens den Fischmarkt sehen wollen, nachdem zwischen 5-6 Uhr in der Früh die Fischer ihren Fang angelandet haben. Da konnten wir natürlich nicht nein sagen. Um kurz nach 6 Uhr waren wir dort und vor lauter Menschen war fast kein Vorkommen zu den ausgelegten Fischen möglich. Im Umkreis der Schlachthalle wurde es etwas ruhiger und man konnte in Ruhe die aufgereihten Gelbflossenthuns, Haie und sonstige für uns unbekannte Fischarten betrachten. In der nach allen Seiten offenen Halle standen in einer Reihe die "Miet-Filetierer", bei welchen man für einen fixen Preis seinen Thun gleich in handhabere Portionen zerlegen lassen kann. Der Kopf und der Schwanz behält der Schlachter als Zugabe. Nach diesem doch etwas blutigen Erlebnis auf nüchternen Magen, ging es zurück zum Frühstück und Fertigmachen für die heutige Tour.

Als erste Station in Richtung Süden machten wir in Ambalangoda, dem jahrhundertalten Zentrum der Maskenschnitzer und Puppenspieler, halt. Natürlich gibt es neben den unzähligen unscheinbaren Werkstätten auch die auf den Tourismus eingestellten großen Werkstätten, welche neben einem Ausstellungsraum für historische Masken, auch eine aktive Werkstatt zum besichtigen und einen riesigen Show- und Verkaufsraum besitzen. Der Großteil der Masken wird in Heimarbeit im Umland von Ambalongada produziert und zum Verkauf an die großen Werkstätten geliefert. Wir haben zwar einige schöne Stücke gesehen, wollten uns aber zu Beginn der Reise nicht mit solch einem sperrigen Souvenir belasten.

Sri Lanka ist nicht nur für seine tropische Flora und Fauna bekannt, sondern, sowohl bei den Mineraliensammlern als auch bei den Frauen, für die auf der Insel vorkommenden Edelstein bzw. Halbedelsteinvorkommen. Unser nächstes Etappenziel führt uns zu den Mondsteinminen von Meetyagoda. Der Mondstein kommt auch noch an ein paar anderen Stellen auf der Welt vor, aber die wichtigsten Lagerstätten sind hier auf Sri Lanka, vorallem für die transparenten bis milchigweißen Varianten. Wie wir später auch noch im Zentrum für Edelsteine in Ratnapura sehen werden, bestehen auch hier die Minen aus senkrechten Schächten mit davon waagrecht abgehenden Tunneln. Allerdings sind diese Seitentunnel nicht abgestützt und gerade so hoch, daß darin kriechend sich fortbewegt werden kann. Es gibt einen Besitzer der Mine und fast rechtelose Arbeiter die für eine tägliche Essensration und Zigaretten diese lebensgefährliche Buddelarbeit ausführen. Das geförderte Material wird am vorbeifliessenden Bach ausgewaschen und die Mondsteine als Rohware geborgen. In den zur Mine gehörenden Schleifereien werden die Steine zurechtgebrochen und zu verkaufsfähigen Schmucksteinen verarbeitet und in der gleichen Werkstatt sofort in Ketten oder Ringen gefasst. Die Führung ist kostenlos, allerdings erwartet der Besitzer, daß man hinterher, im an die Schleiferei angrenzenden Showroom aus einer Auswahl von tausenden Steinen, ein Souvenir ersteht. Falls nicht verliert er sehr schnell seine sonst ausufernde Freundlichkeit.

Auf unserem Weg zur "longest buddha statue in Asia" (was aber nicht stimmt, der liegt in Thailand) kommen wir auf der Hauptverkehrsader in den Süden Richtung Galle, an der Tsunami Gedenkstätte vorbei. Der am 26.12.2004 in der Andamanensee entstandene Tsunami raste mit unvorstellbarer Wucht auch auf die Küsten von Sri Lanka zu und wie auch im übrigen asiatischen Raum, gab es keine Vorwarnung für die Bevölkerung. Er hat alleine auf dieser Insel 35.000 Menschen den Tod gebracht und mehr als 800.000 obdachlos werden lassen. 8 Jahre später ist davon nirgends mehr etwas zu sehen und am Strand direkt hinter dem Denkmal sieht man die typisch malerische Küste mit ihren Fischerbooten.

Vom Denkmal aus geht es nun ein paar Kilometer ins Landesinnere und da dieser liegende Buddha nicht zu den großen Sehenswürdigkeiten von Sri Lanka gehört, findet man ihn selten in Reiseführer beschrieben und ebenso müssen sich unsere Begleiter bei der Bevölkerung durchfragen, bis wir die richtige Stelle gefunden haben (Sailatalaramaya Galagoda, 3rd mile post, Karandeniya). Unser Guides wollen auf Grund der Hitze (auch Einheimischen macht diese zu schaffen) nicht den Anstieg zum Tempel mitmachen und verabschieden sich in die Mittagspause.

Bevor wir aber zum Tempel hochsteigen, entdecken wir auf der gegenüberliegenden Strassenseite ein kleines Klosterareal mit vielen jungen Mönchen. Neugierig schauen wir ins Areal und werden gebeten einzutreten. Für die Kinder in dieser Klosterschule sind wir Touristen die Attraktion, da sich in diese Gegend selten jemand verirrt. Aufgeregt zeigen sie ihre Schulhefte und einer spurtet gleich los, um den großen Schlüssel beim Abt zu holen, damit wir noch den Raum besichtigen können, in welchem die heiligsten und wertvollsten Statuen, Bilder usw. dieser kleinen Klosterschule aufbewahrt werden. Wir können den immateriellen Wert der Gegenstände trotz der ausführlichen Beschreibung unseres Fahrers Jaymal schwer erkennen und verabschieden uns herzlich von allen und machen uns zum Aufstieg in Richtung liegender Buddha. Diese Offenheit und Herzlichkeit wird uns die ganze Zeit in allen Ecken des Landes begleiten und ist am Anfang für uns Europäer sehr ungewohnt und man muss erst lernen sich dafür zu öffnen.

Auch wenn die Treppe nicht steil aussieht kann man auf den Bildern leider nicht die Hitze um die Mittagszeit bei wolkenlosem Himmel erkennen und ermessen wie anstrengend dadurch der Aufstieg wird. Die eine oder andere Blüte oder exotische Pflanze am Wegesrand lenkt ein bißchen ab. Oben angekommen machen auch wir zuerst im Palmenschatten ein kurze Pause und genießen die Stille im leeren Tempelhof.

Normalerweise kosten Tempel keinen Eintritt, aber hier bittet der Student welcher ein Jahr seines Studiums für die Restauration des Buddhas opfert, um eine Gabe von 250Rp/person als "donation use for the repairings", was wir gerne bezahlen und als Dank eine kleine Führung bekommen und auf englisch unsere Fragen stellen können. Die unzähligen verschiedenen Darstellungen und Statuen von Buddha haben natürlich alle eine tiefere Bedeutung, welche wir trotz vielfacher Erläuterung schwer nachvollziehen und vorallem in der Kürze lernen können, es ist halt eine mehrere tausend Jahre alte Religion.

 

 

Die blaue Nadel zeigt unsere Basisstation Hanni's Long Beach Cottage , die gelbe Nadel den Kanda Viharaya Temple, grün ist die Position des Brief Garden und braun weist auf die Aufzuchtfarm der Meereschildkröten.

Rot markiert ist der Ort Ambalangoda mit seinen Maskenschnitzern und hellblau Meetiyagoda, das Zentrum der Mondsteinminen auf Sri Lanka.

 

Auf dem Rückweg zu unserer Lodge wollen wir noch etwas Natur tanken und fahren deshalb nach Norden bis nach Bentota, wo auch der gleichnamige Bentota Ganga sich mit dem Meer verbindet. Auf diesem Fluss kann man bis zu 38 km ins Landesinnere fahren, wobei man an unzähligen Fischerweilern am Ufer vorbeikommt. Da hier das Süßwasser sich mit dem Meerwasser mischt ist es die ideale Umgebung für Mangroven, welche wiederum unzähligen Tiere eine Heimat bieten. Leider haben wir keine Warane und kleine Krokodile gesehen, dafür aber Quallen, wenn man weiß wie, kann man sie auch aus dem Wasser holen, und tolle Eisvögel. Auf dem zweiten Bild sieht man links unseren Fahrer Jayamal und rechts unser zusätzlichen Begleiter Srinath. Auf einer kleinen Insel legen wir an und besuchen einen Bauer welcher sich auf Zimtanbau spezialisiert hat und natürlich Touristen die Gewinnung der bekannten Zimtstangen und auch die Herstellung von Zimtöl mittels Destillation im Kupferkessel erläutert. Kurz gesagt sieht die Zimtplanze wie bei uns die Weide aus, welche durch Klopfen mit einem Holzstück und unter Einsatz eines scharfen Messers, sich die Rinde abschälen lässt, welche sich beim Trocknen zusammenrollt und damit die Zimtstangen ergibt.

Auf der Rückfahrt machen wir einen zweiten Halt am Ufer und steigen einen kleinen Hügel zu dem bekannten buddhistischen Tempel Galapatha Vihara aus dem 2. Jh v. Chr., hinauf. Oben angekommen, betreten wir, wie immer ohne Schuhe, den Tempel und treffen auf den noch recht jungen Mönch welcher für den Tempel veranwortlich ist. Er zeigt uns seinen größten Schatz, eine über 1000 Jahre alte Aufzeichnung des Leben des Buddhas. Diese ist wie alle alten und überlieferten Schriften auf speziell behandelten Palmenblättern einer besonderen Palmenart, mittels eines Metallgriffels eingeritzt und mit Asche angefärbt worden. So hergestellt und bei richtiger Lagerung sind diese Dokument hunderte von Jahre haltbar und zwar deutlich haltbarer wie unsere auf Pergament oder säurehaltigem Papier hergestellten Schriftstücke in Europa.

Nun müssen wir uns aber sputen, da es schon deutlich nach 5 Uhr abends ist und die Sonne sich schon deutlich verabschiedet. Dies zaubert auf dem Heimatfahrt mit tropischer Kulisse schon fast kitschige Sonnenuntergangsbilder. Während der Fahrt können wir nun die Fischer beobachten, wie sie die aus Holzstöcken kompliziert zusammengebauten Reusen mit rußenden Petroleumlampen, platziert in der innersten Reuse, bestücken und damit die ganze Nacht die Fische ins Labyrinth der Reusen locken aus welchem sie den Rückweg nicht mehr finden und einfach mit dem Kescher abgefischt werden können. Gegen 8 Uhr sind wir dann erschöpft wieder zu Hause und geniessen das leckere Mahl aus Reis, Linsen-Dahl, Gemüse von der Bananenblüte und gekochte Scampis. Alles schön angenehm scharf, damit hinterher der "Spiderman" um so besser schmeckt.