10.02.16 Tag 8: Heute ist unser letzter Tag auf dem Loop und auf dem Rückweg nach ChiangMai werden wir den höchsten Berg Thailands Doi Inthanon "erfahren".

Aber bevor es losgeht, machen wir uns auf die Suche nach einem Frühstück. Wir haben am Vorabend in der Nähe unserer Unterkunft das Schild einer Bäckerei gesichtet; diese hat leider noch geschlossen und ist bei unserer Abfahrt immer noch zu. In einem Straßencafe hat Marion wenigstens sowas wie einen Capuccino bekommen. Dann sind wir zu den Markthallen gefahren, die schon frühmorgens geöffnet haben, aber auch hier Fehlanzeige: Kein Frühstück! Das vielfältige Angebot auf diesen Märkten ist trotz allem sehenswert und ich werde nicht müde hindurch zu schlendern, um die Exotik der Waren zu bestaunen. Hier kann man natürlich auch die Handbesen aus Schilfwedel erstehen, deren Herstellung und besonders das Sammeln der Wedel uns überall unterwegs auf dem Land begegnnt. Zu guter letzt sind wir wieder bei unserem Openair-Restaurant vom Vorabend gelandet und es gibt, typisch asiatisch, eine deftige Nudelsuppe zum Frühstück. Sie wird heiß aus dem Wok und mit reichlich Nudeln serviert und hält mehrere Stunden den Hunger fern.

Gut gestärkt geht es endlich weiter und wir fahren Richtung Doi Inthanon, dem höchsten Berg Thailands, der sich im gleichnamigen Nationalpark befindet. Auf Grund der langen Trockenheit sind die Wälder leider eher unspektulär und nicht saftig-grün sondern oft trocken-braun. Auf dem Weg zur Bergspitze kommen wir durch die Klimazone, die zu dieser Jahreszeit die hier vorkommenden Orchideen blühen lässt und erkennen schon in der Ferne unser Ziel: Eine der beiden Stupa-Spitzen der im ganzen Land bekannten Tempel. Zu lang zum Abtippen, habe ich die Wegweiser mit den Namen einfach abgelichtet.

Für die Besucher, vorallem für die Einheimischen, sind neben den beiden relativ neuen und modernen Tempelgebäuden, die Parkanlagen des Geländes ein Highlight. Wir fühlen uns direkt auf die Insel Mainau am heimischen Bodensee gebeamt, da wir die meisten Blumen und Sträucher aus unseren Gärten kennen. Die Aussicht vom Berg in die Ferne ist leider etwas getrübt, aber die Temperaturen sind dafür recht angenehm.

Die Außenfassaden sind mit aufwendigen Mosaikarbeiten aus gebrannten Lehmziegeln oder mit glasierten Platten verziert mit Szenen aus dem Leben Buddhas. Das Innere der Tempel ist für asiatische Verhältnisse eher schlicht gehalten.

Auf den nächsten Bildern habe ich zum Nachlesen für Interessierte die Beschreibungen der 4 heiligsten Orte des Buddhismus abgelichtet.

Vorbei an weiteren Bäumen voll mit blühenden Orchideen haben wir noch die restlichen Höhenmeter mit den Scootern erklommen, um die offizielle Spitze des Berges zu besuchen. Auf 2565m angekommen, liegt die Temperatur nur noch bei -für uns herrliche- 17° C bei blauem Himmel und Sonnenschein. Für die Thais ist das schon fast Winter, weshalb hier die meisten dicke Winterjacken tragen.

Da wir heute Abend wieder rechtzeitig an unserem Startpunkt in Chiangmai ankommen wollen, verabschieden wir uns vom Berg und fahren weiter in Richtung der Stadt Chomtong südlich von Chiangmai, denn dort befindet sich auch noch eine sehr bekannte Tempelanlage: Wat Prathat Si Chom Tong. Auf dem Weg aus dem Inthanon-Nationalpark machen wir noch eine kleine Rast am Wachirathan-Wasserfall. Es gibt leider keine Möglichkeit sich mit einem kurzen Bad zu erfrischen, weshalb wir auch nicht zu lange bleiben.

Nach einer doch noch etwas stressigen Fahrt in der abendlichen Rushhour auf der Hauptverbindungsstraße nach Chiangmai, machen wir uns gleich nach der Ankunft im Guesthouse noch kurz frisch und ziehen gleich wieder los auf den Anusarn-Nachtmarkt, um in thailändischen Leckereien zu schwelgen, bevor wir dann, nach dem obligatorischen Gutenacht-Bier, todmüde ins Bett fallen.

 

11.02.16 Tag 9: Heute gilt es sich von Thailand zu verabschieden und den zweiten Teil unserer Reise, die Erkundung von Laos, in Angriff zu nehmen. Da unser Flugzeug erst nachmittags in Richtung Luang Prabang abheben wird, haben wir nach dem Frühstück und Packen noch Zeit, um ein letztes Mal durch Chiangmai zu bummeln. Wir steuern gezielt das Chinesische Viertel mit seinen Märkten an; alles noch reichlich geschmückt vom Neujahrsfest. Wie immer ist es ein Rausch an Farben und Gerüchen, wenn man an den Marktständen vorbeischlendert, was man unglücklicherweise immer noch nicht in Bildern einfangen und für später konservieren kann.

Im Zentrum des Bezirks wurde kurzerhand ein ehemaliges Parkhaus in eine mehrstöckige Markthalle umfunktioniert. Man gelangt über die Rampen in die unterschiedlich bestückten Stockwerke, wobei der Fleischmarkt in der untersten, etwas kühleren Ebene liegt. In den übrigen bekommt man alles was hauptsächlich der Chinesische Haushalt brauchen könnte.

Da an den unzähligen Openair-Küchen der Andrang steigt und die Gerüche und Bratendüfte sich zu einem Maximum steigern, geht es wohl auf die Mittagszeit zu. Auf unserem Rückweg begnügen wir uns mit nur einer Tüte frischem gelben Fruchtfleisch aus dem Inneren der leckeren Jackfruit mit ihrem tollen Geschmack nach Multivitaminsaft.

Ein letztes Mal mit dem Minibustaxifahrer verhandeln und schon sind wir, an der nachbarschaftlichen Mopedwerkstatt vorbei, wieder in unserem Guesthouse. Manfred mobilisiert den Nachbarn, um uns gegen eine kleine Gebühr auf den Flughafen zu fahren.

Ohne Probleme checken wir ein und erreichen wohlbehalten nach einem einstündigen Flug mit Lao-Airline Luang Prabang, die größte Stadt im Norden von Laos. Die Einreiseformalitäten laufen streng ritualisiert und manchmal nicht so ganz nachvollziehbar ab. Nachdem wir mehrere Schalter abgewandert sind, die Visumgebühr mit druckfrischen Dollarnoten (dürfen keinen Knick haben) inkl. einer neuen zusätzlichen Bearbeitungsgebühr bezahlt hatten, erreichen wir mit einem Taxi unser kleines Hotel Cold River unter französischer Führung direkt am Fluss.

Einchecken, das Zimmer ist sauber, kurz Frischmachen, und los geht's. Bei aufkommender Dämmerung ins Zentrum, um auf dem dortigen Nachtmarkt (hellblaue Linie auf der Karte) unseren Hunger zu stillen und auch hier die Vielfalt der Waren an den Ständen zu bewundern. Nach einem Rundgang und einer reichlichen Portion Nudeln (10000Kip=1,10€) ist der Kopfspeicher für heute randvoll und wir freuen uns auf unsere Betten. Zum Schluss entdecken wir noch den Stand einer Bäckerei mit einer europäischen Kuchen/Muffin-Auswahl. Nach dem ersten Kosten der leckeren süßen Stückchen war es sowas von klar, dass wir in den nächsten Tagen zur Stammkundschaft gehören werden.

12.02.16 Tag 10: Nach einer erholsamen Nacht bei angenehmen Temperaturen, gibt es morgens im Innenhof bei Frühnebel über dem Fluss ein leckeres, leicht französisch angehauchtes Frühstück oder eine frisch zubereitete Schale mit dampfender Nudelsuppe. So gestärkt geht es auch gleich los und wir machen uns auf den Weg, überqueren auf einer Bambusbrücke einen Seitenarm des Mekong, um in das benachbarte Handwerkerdorf zu gelangen. Obwohl sehr nahe am Stadtkern hat man als Aussicht Bilder vor Augen, wie man sie in klassischen Filmen über Indochina im Kopf hat. Wuchernde Vegetation am Mekong.

Ban Xieng Leck (gelber Kreis auf der Karte) auf der anderen Flussarmseite (Nam Kahn River) hat sich die Berühmtheit von Luang Prabang "die Stadt der Tempel" zu Nutze gemacht und die traditionellen Handwerkskünste wie Papierherstellung, Seidenweben, Färben und Schnitzen kommerzialisiert und damit ein einladendes Touristenziel geschaffen. Die kleinen Werkstätten laden dazu ein, den Bewohnern beim Arbeiten zuzuschauen und natürlich auch die hergestellten Produkte zu kaufen. Hier einige Impressionen aus dem Dorf.

Auf dem Rückweg treffen wir noch den Brückenbauer an seinem Arbeitsplatz. Er wird von der kleinen Mautgebühr bezahlt und baut die Brücke jedes Jahr neu auf mit "tatkräftiger" Junior-Unterstützung.

Das Zentrum von Luang Prabang liegt auf einer "Fast-Halbinsel" und ist für seine vielen Tempel und deren Historie berühmt. Ideal für viele Touristen aus Vietnam oder Thailand für einen 2-3 Tagestrip. Der wichtigste und älteste Tempel der Stadt ist Vat Xieng Thong. Anhand des Dachaufbaus, speziell das krönende Ornament ngot so fa ("in den Himmel zeigen"), welches den Berg Meru symbolisiert, deutet auf die spirituelle Bedeutung des Heiligtums hin. Kein weiteres Kloster in Laos weist mehr Spitzen auf als die 17 Spitzen des Vat Xieng Thong.

Als wir uns für eine verspätete Mittagspause in Richtung Mekong durch die Tempelwelt auf der Halbinsel durchschlagen, können wir die Herstellung von Kao Kiep beobachten. Diese dünnen luftgetrockneten Cracker bestehen aus gedämpften Kassawa-Wurzeln, viel Palmzucker-Sirup, sowie Kokosflocken, Sesam und Ingwer. Die Cracker kann man nur geröstet oder frittiert essen, weshalb wir keine gekauft haben. Am Ufer des Mekong gibt es viele Restaurants, wo man zu erhöhten, eher nicht landestypischen Preisen essen, neben einem tollen Ausblick auf den Fluss vorallem auch die immer wehende leichte Brise in der Mittagshitze genießen kann. An den Bäumen der Uferpromenade kann man die Luftfeuchtigkeit anhand des Farnbewuchs erahnen.

Die folgende Bilderserie ist nur ein kleiner Ausschnitt der unzähligen Tempelanlagen für welche Luang Prabang berühmt ist. Wir wollen sie dem interessierten Leser zeigen, ohne auf die dazugehörigen 'unendlichen' Geschichten einzugehen.

Nach so vielen Tempeln braucht es eine ausgiebige Pause, bevor es zum zweiten absoluten Highlight in Luang Prabang geht. Nämlich hinauf auf den Hausberg Mount Phou Si. Von der oben liegenden Tempelanlage aus genießen wir den phantastischen Sonnenuntergang, leider nicht ganz alleine, sondern mit unzähligen anderen Schaulustigen, schade. Beim Aufstieg kommen wir an einem Felsenschrein vorbei, wo man mit viel Phantasie im Halbdunkel eine Vertiefung im Boden erkennen kann, die einen der vielen im ganzen südostasiatischen Gebiet verteilten Fussabdrücke Buddhas darstellen soll. Auf dem Weg nach oben bleiben wir immer wieder stehen und lassen den Blick über den Fluss unter uns gleiten; rechts der Brücke erkennen wir unser kleines Hotel. Im fernen Abenddunst leuchtet in der Abendsonne vor den Bergen ein goldener Tempel und wir beschließen spontan, diesen in den nächsten Tagen mit fahrbarem Untersatz zu besuchen.

Endlich oben auf dem Mount Phou Si, gerade rechtzeitig vor dem beginnenden Sonnenuntergang, stellen wir fest, dass der Reiseführer nicht gelogen hat: Wir sind definitiv nicht alleine hier oben. Die folgenden Bilder sind etwas kitschig - okay, aber sie wecken soviele Erinnerungen, die wir ja so erlebt haben. Also einfach weiterklicken. cool

Nach erfolgreichem Abstieg in der hereinbrechenden Dunkelheit, tauchen wir wieder in den Nachtmarkt ein, entscheiden uns aber heute gegen die asiatische Küche. Unsere Wahl fällt ausnahmsweise auf ein italienisches Restaurant, wo wir frisch gebackene Holzofenpizza mit einem kühlen Lao-Bier genießen.